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NAXOS Deutschland Blog Posts

Nicolas Horvath: Erik Satie – Complete Piano Works · 1 – New Salabert Edition

Auch fast 100 Jahre nach dem Tode Erik Saties scheint seine Musik aufregend aktuell und einzigartig wie eh und je. Seine einfache, klare, nicht selten ironische oder zumindest surreale Musik bleibt in ihrer Schlichtheit ein Fixpunkt für die Moderne. Bereits John Cage sah in ihm einen Wegbereiter der Neuen Musik. Später bezogen sich die Komponisten der Minimal Music und aktuell die der Postmoderne auf seine schlichten Formen und seine bewusst reduzierte Klangsprache.

clair-obscur Saxofonquartett: Paul Hindemith – Works for Saxophone

 

Paul Hindemith (1895-1963) gilt heute als einer der herausragendsten deutschen Komponisten des 20. Jahrhunderts, auch wenn sich seine Musik, zumindest hierzulande, erst stark verzögert beim breiten Publikum durchzusetzen scheint. Das mag daran liegen, dass es Hindemith an so etwas wie einer „Hit-Komposition“ (im Sinne eines allgegenwärtigen Erfolgs à la Ravels „Boléro“) fehlt, vielleicht wirkte auch jener unselige Stempel der „entarteten Musik“ der Nazis im Unterbewussten weiter, der ihn Ende der 1930er Jahre zur Emigration nötigte.

Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons: Ludwig van Beethoven – Symphonie Nr. 9

Eine Aufnahme einer Beethoven-Sinfonie ist per se nun wirklich nichts Besonderes mehr, schon gar nicht, wenn es sich um die Neunte handelt, die mit ihrem Schlusschor „Ode an die Freude“ eh zu den überspieltesten Werken der Musikgeschichte gehört. Es mangelt nicht an hochkarätigen Aufnahmen und Weltklasse-Besetzungen. Auch die vorliegende Aufnahme des Chors und Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons reiht sich in eine beeindruckende Reihe von Veröffentlichungen ein. Was sie aus dem Gros der anderen Einspielungen hervorhebt, ist zum einen die höchste Sorgfalt, mit der die Sinfonie bis ins letzte Detail eingespielt wurde (und das ist, trotz ihrer Popularität, immer noch keine Selbstverständlichkeit), zum anderen der Ort, an dem die Live-Aufnahme entstand: die Aula Paolo VI. im Vatikan, anlässlich eines Konzerts zu Ehren Papst Benedikts XVI.

Staatskapelle Weimar, Hansjörg Albrecht: Richard Wagner – Der Ring ohne Worte

Während seit Ende Juli wieder die Bayreuther Festspiele die Wagner-Fans aus der ganzen Welt anziehen und die High Society an den Premierenabenden ihr Schaulaufen veranstaltet, kommt der Organist und Dirigent Hansjörg Albrecht mit einem „kleinen“ Alternativprogramm für die Daheimgebliebenen daher: einer Neuaufnahme von Lorin Maazels Bearbeitung „Der Ring ohne Worte“. Es ist eine über 70-minütige Verdichtung des monumentalen „Ring-des-Nibelungen“-Zyklus auf die zentralen Orchestersequenzen. Dabei stammt jede Note von Wagner selbst, nichts wurde an den Verbindungsstellen hinzugefügt. Das Ergebnis ist quasi Wagners fundamentaler Zyklus „für (mit Verlaub) „Opernhasser“, die auf den Gesang in den stundenlangen Opern, nicht aber auf die Musik Wagners verzichten wollen. Und für die Bewunderer der Musik Wagners ist der „Ring ohne Worte“ eine hervorragende Gelegenheit, die Musik des Meisters noch einmal aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen.

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin · MDR Rundfunkchor Leipzig, Marek Janowski: Ludwig van Beethoven – Missa Solemnis

Die „Missa Solemnis“ von Ludwig van Beethoven gilt als eine der herausragenden Kompositionen des Bonner Komponisten und »zählt zu den berühmtesten Messen der abendländischen Kunstmusik«, so die Wikipedia (Recht hat sie!). Das monumentale Werk für Sinfonieorchester, gemischten Chor, vier Gesangssolisten und Orgel ist künstlerisch und akustisch eine wirkliche Herausforderung: Rund 75 Minuten dauert eine Aufführung, die den Beteiligten höchste Konzentration abverlangt. Die Orchester-, Chor- und Solistenstimmen überlagern sich oft. Man braucht einen exzellenten Dirigenten, ein hochklassiges Ensemble, fähige Toningenieure und eine hervorragende Akustik, um Beethovens sakrales Meisterwerk klanglich so abzubilden, dass es den Hörer mit seiner elektrisierenden Dramatik von der ersten bis zur letzten Sekunde packt.

Kuniko: Bach – Solo Works for Marimba

Die japanische Perkussionistin Kuniko (ihren Nachnamen Kato führt sie als „Stagename“ nicht) gehört zu einer neuen Generation von Künstlern und Künstlerinnen, die Musik außerhalb der gängigen Schubladen begreifen und sich sowohl dem Gehalt der Musik verpflichtet sehen, wie der Möglichkeiten der künstlerischen Umdeutung und Umformung. Ihr Instrument, die Marimba, ist keines, für das es ein großes klassisches Werk gäbe. Die Notwendigkeit sich ein eigenes Repertoire zu schaffen, sprich zu transkribieren, ist also fast immer der Ausgangspunkt im schöpferischen Prozess der Japanerin.