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„A German Christmas“ mit dem Margaretha Consort

Wenn man an eine „deutsche Weihnacht“ denkt, dann denkt man zwangsläufig an all die traditionellen Weihnachtslieder. Und als Klassikliebhaber vielleicht noch an die bekannten Oratorien von Bach und anderen. Aber wer denkt da schon an die eigentlichen Ursprünge der Weihnachtslieder, die heute noch unter jedem Christbaum gesungen werden. Eine Auswahl dieser hat nun das Margaretha Consort aus den Niederlanden unter der Leitung von Marin Broekroelofs mit weiteren Werken auf einer CD unter dem Titel „A German Christmas“ zusammengestellt. Und schon der Untertitel des Albums „17th Century Music for the Time of Advent and Christmas“ lässt erkennen aus welchem Zeitraum diese Musik stammt. Doch ganz so einfach macht es sich das Margaretha Consort nicht. Vielmehr stellt es auf dieser CD ein Programm vor, das sich wie ein Gottesdienst nach der Art wie Luther ihn noch betrieb, daherkommt. Beginnend mit einem typischen Orgel-Präludium beginnend, wechseln sich Gesänge mit Chor und Vorsänger ab. Denn auch zu dieser frühen Barockzeit war der einstimmige Gesang der Gemeinde längst aus der Mode gekommen. Die meisten Chorwerke, die hier erklingen, entstammen der Christmette von Michael Praetorius, durchwirkt mit solchen von anderen Komponisten, unter denen der bekannteste Heinrich Schütz ist. Ob nun „Nun komm, der Heiden Heiland“, „In dulci jubilo“, „Heut ist Christus der Herr geboren“ oder das bekannte „Es ist ein Ros entsprungen“ kennt man die meisten der Chöre in vereinfachter Fassung bis heute. Doch wer erinnert sich noch an die großartigen Ursprungkomponisten und -kompositionen? Kaum einer. Da kommt diese CD mit einem stimmungsvollen, eindringlichen und berührenden Programm – fernab von jedem Kitsch, der die Weihnachtszeit oftmals umgibt – genau richtig. Denn das Margaretha Consort hat dieses Programm in einem wunderbaren Kirchenraum in den Niederlanden aufgenommen, der den faszinierenden Stimmen des Chores und den Instrumentalisten mit ihren historischen Instrumenten den natürlichen Raumklang und die richtige Atmosphäre verleiht.

Die ist eine „Deutsche Weihnacht“, die man gerne in der Adventszeit bis zum Heiligen Abend hört. Und dass man gelichzeitig musikalisch an Ursprünge erinnert wird, die man gerne vergisst, ist umso besser!

Auf naxos.de findet man verschiedene Bezugsquellen für das Album, digital und physisch.

Veröffentlicht inAlben vorgestellt

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