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Frankreich besinnt sich auf seine Größe – Chorwerke von Poulenc, Debussy, Milhaud etc.

Italien, Polen, Finnland, Russland, Großbritannien und Amerika waren schon im Fokus des SWR Vokalensembles und seines Leiters Marcus Creed, um die länderspezifischen Momente der Chormusik zu erkunden. Nun feiert der charismatische Leiter dieses einmaligen Gesangs-Ensembles sein 15-jähriges Jubiläum mit einem weiteren Länderschwerpunkt: Frankreich!

Und vielleicht ist es besonders sinnvoll, nach den anderen Ländern den Blick nun auf Frankreichs reiche Chormusik zu lenken, denn nachdem die Franzosen lange Zeit immer im Fahrwasser der Italiener und dann der deutschen Spätromantik agierten, hatten sie sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts wieder auf eine absolut eigenständige Musiksprache besonnen.

Geradezu eine Welle an nationalistischen Ideen kam auf und wurde von Komponisten wie Claude Debussy, dem ältesten unter den hier vertretenen Tonschöpfern, vorangetrieben. Eine Generation zuvor hatte man bereits die Grundlagen gelegt, denn 1871, nach dem für die Franzosen so verheerenden ausgegangenen Krieg gegen Deutschland, hatte man bereits die „Societé Nationale de Musique“ gegründet, um allein neue französische Musik voranzutreiben.

Ob es Francis Poulencs Chorgesänge „Un soir de neige“ sind, Debussys „Trois Chansons“ oder Darius Milhauds „Naissance de Vénus“ und André Jolivets „Épithalame“, die das SWR Vokalensemble hier zu Gehör bringt, eines fällt immer auf: Die neue musikalische Neuentwicklung ist auch eine Spielwiese für Experimente. Harmonische Neuheiten, verbunden mit polyphonen oder einstimmigen Gesängen der Frührenaissance verbinden sich zu einer neuen Klanglichkeit, die den Zuhörer gefangen nimmt. Dennoch stehen die französischen Texte einer so engen deklamatorischen Verbindung mit der musikalischen Aussage, dass daraus etwas vollkommen Neuartiges entsteht, etwas, was man so aus anderen Ländern nicht kennt. Man kann nur staunen, mit welcher Leichtigkeit und Präzision das SWR Vokalensemble sich der Texte annimmt, die Ausdrucksstärke in jedem Detail darstellt.

Da sind die sakralen Werke wie das „O sacrum convivum!“ von Olivier Messiaen oder der Auszug aus der Wölfli-Kantata „Die Stellung der Zahlen“ des 1945 geborenen Komponisten Georges Aperghis ein fast gewohntes Feld für diese Ausnahmegesangsgruppe.

Mit dieser Reise nach Frankreich erweitert das SWR Vokalensemble seine Länder-Serie um ein weiteres Highlight.

Auf naxos.de findet man verschiedene Bezugsquellen für das Album, digital und physisch.

Veröffentlicht inAlben vorgestellt

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