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Ottorino Respighis „Römische Trilogie“ in maßstabsetzender Einspielung

Es ist vielleicht dem großen Erfolg zweier USA-Reisen geschuldet, dass die Orchesterwerke des Italieners Ottorino Respighi (1879–1936) in Nordamerika so beliebt sind. Geschuldet waren diese Erfolge vor allem auch dem Dirigenten Arturo Toscanini. Zwar hatte der berühmte Dirigent die Uraufführung des 1916 entstandenen Werks „Fontane di Roma“ abgelehnt, da es Publikumsproteste gegen seine Wagner-Aufführungen gab, doch in den USA nahm sich der Dirigent dann der Werke seines Landsmannes an und führte sie zu Erfolgen. Zwei weitere „Rom-Bilder“ entstanden für Orchester: 1924 das Werk „Pini di Roma“ und 1928 „Feste romane“. Alle drei „poemae sinfonica“ sind nicht nur dem Umstand geschuldet, dass Respighi ab 1913 einen Ruf als Kompositionslehrer am Santa Cecilia in Rom erhielt, sondern einer eher grundsätzlichen Idee der Erneuerung der italienischen Musik im 20. Jahrhundert. Die anderen europäischen Länder hatten sich weiterentwickelt, Italien war abgehängt worden. So lag es für die „generazione dell‘80“ (den Komponisten, die um das Jahr 1880 geboren waren) nahe, dass sie sich wieder an das musikalische Erbe Italiens erinnerten und sich dieses auch als Vorlage nahmen, um Neues zu schaffen.

Dass die sogenannten „Römische Trilogie“, die hier geschlossen vom Buffalo Philharmonic Orchestra unter seiner Chefdirigentin JoAnn Falletta eingespielt wurde, sich formal und klanglich an Vorbildern orientierte, lag an Einflüssen, die Respighi von Rimski-Korssakov und Igor Strawinsky bei seinen Aufenthalten in St. Petersburg, Moskau und erhielt. Und dennoch schuf der Italiener einen neuen italienischen sinfonischen Stil mit diesen sinfonischen Dichtungen. Wie klangstark und eindringlich das amerikanische Orchester aus Buffalo diese Musik verinnerlicht, lässt sich gleich zu Beginn in den „Fest romane“ hören, die immer wieder an Strawinskys „Petruschka“ oder „Sacre“ erinnern. Und dennoch findet das Orchester unter seiner Dirigentin zu einer derartig feinsinnigen und dynamisch wie klangbildlich ausgewogenen und erzählenden Agogik, die den Zuhörer mitreißt.

Diese CD bringt nicht nur die Sinfonik Respighis in klanglich neuartige Dimensionen, sondern vermag die Einzigartigkeit dieser italienischen Musik mit Leben zu füllen, dass man begeistert wieder nach vorne springt, um die Werke nochmals anzuhören. Eine großartige Einspielung.

Auf naxos.de findet man verschiedene Bezugsquellen für das Album.

Veröffentlicht inAlben vorgestellt

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