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Schlagwort: sinfonische Musik

Michael Gielen Edition Vol. 6: Mahler – Complete Symphonies · Das Lied von der Erde · Des Knaben Wunderhorn · Lieder eines fahrenden Gesellen · Rückert-Lieder · Kindertotenlieder 1988–2014

Wenn Michael Gielen dirigiert, ist das Ergebnis niemals schlecht oder nur durchschnittlich. Der Maestro, der (im Gegensatz zu seinen „berühmteren“ zeitgenössischen Kollegen) bescheiden blieb, statt in Selbstinszenierungen und Manierismen zu verfallen, verband künstlerische Exzellenz mit profunder Sachkenntnis, Sorgfalt und uneigennütziger Bescheidenheit im Dienste der Musik. So unprätentiös wie das Artwork der Michael Gielen Edition gestaltet ist – welcher Dirigent lässt sich sonst im weißen T-Shirt fotografieren und nimmt das Bild als Cover-Image? (s. Vol. 3) – so unprätentiös ist Michael Gielens Dirigat. Transparenz als oberstes Gebot, um die Musik in ihrer gesamten Breite wahrzunehmen, um Musik erfahrbar zu machen, eröffnet gerade bei Mahler eine immense Klangwelt.
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Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons: Ludwig van Beethoven – Symphonie Nr. 9

Eine Aufnahme einer Beethoven-Sinfonie ist per se nun wirklich nichts Besonderes mehr, schon gar nicht, wenn es sich um die Neunte handelt, die mit ihrem Schlusschor „Ode an die Freude“ eh zu den überspieltesten Werken der Musikgeschichte gehört. Es mangelt nicht an hochkarätigen Aufnahmen und Weltklasse-Besetzungen. Auch die vorliegende Aufnahme des Chors und Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons reiht sich in eine beeindruckende Reihe von Veröffentlichungen ein. Was sie aus dem Gros der anderen Einspielungen hervorhebt, ist zum einen die höchste Sorgfalt, mit der die Sinfonie bis ins letzte Detail eingespielt wurde (und das ist, trotz ihrer Popularität, immer noch keine Selbstverständlichkeit), zum anderen der Ort, an dem die Live-Aufnahme entstand: die Aula Paolo VI. im Vatikan, anlässlich eines Konzerts zu Ehren Papst Benedikts XVI.
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Helsinki Philharmonic Orchestra, Leif Segerstam: Earquake – The Loudest Classical Music of all Time

Nicht wenige Rockmusik-Fans glauben, klassische Musik bestünde lediglich aus Wohlklang und gemäßigten Tempi. Sie beanspruchen Lautstärke und Aggressivität als Alleinstellungsmerkmale „ihres“ Genres und ergötzen sich im Hardrock an einprägsamen Gitarrenriffs, donnernden Schlagzeug-Einsätzen, wabernden Bässen und Metal-Shoutern, als gäbe es keine (musikalische) Alternative für AC/DC, Black Sabbath, Metallica & Co.

Und die klassische Musikwelt? Sie scheint das Vorurteil bestätigen zu wollen, sieht sich als Hüter einer distinguierten Kultur und einer Ästhetik, die das „Hässliche“ und „Laute“ ausklammert. Und wenn es dann mal um Lautstärke geht, werden ewig dieselben Werke bemüht, um zu belegen, dass ein Orchester auch „rocken“ kann: Tschaikowskys „Ouvertüre 1812“ und „Wellingtons Sieg“ von Beethoven, martialische Schlachtengemälde mit Kanonen, Krieg, Pathos und wehenden Fahnen.

Es geht auch anders. Es geht auch farbenfroher, überzeugender, subtiler und abwechslungsreicher. Und lauter, viel lauter.
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