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Wohltemperiert aus New York

‚Naxos -Deutschland‘ hat mich dazu eingeladen, als „Offizielle New Yorker Korrespondentin“ aus dem kulturellen Leben meiner Stadt, insbesondere der ‚Klassischen Musik-Szene‘ zu berichten.
Da mein groesstes Vergnuegen darin besteht, diese zu frequentieren und mich mit ihren Kuenstlern und Fans auseinander zu setzen, begeistert es mich, hier meine inzwischen gesammelten Erfahrungen und stetig neuen Eindruecke mitzuteilen. Die beeindruckende Vielfalt der Auffuehrungen, die Originalitaet besonderer Veranstalter und vorallem die Groesse der kuenstlerischen Leistung , die mir in New York erstaunlich haeufig begegenet, ist einfach unuebertroffen und praegend fuer das Kulturbild der Stadt.
Das New Yorker Publikum ist als sehr grosszuegig aber auch als kritisch bekannt.Da der Staat nur einen minimalen Beitrag als Kulturbudget beisteuert und der Grossteil an Kultur aus privater Hand finanziert wird, wird der Beifall aus allen Reihen des Konzertsaales ernst genommen.
Ich bin eine begeisterte Amateur Pianistin, auf der staendigen Suche nach dem „perfekten“ Lehrer der mich inspiriert und es vollbringt, meine leider nicht professionelle Technik am Instrument, stetig zu verbessern. Es gibt ganze Schwaden von Amateur Musikern, die sich an einer hoch aktiven ‚Subkultur‘ beteiligen. Konzerte werden in wohlorganiserten Gruppen besucht und Amateur- Performer messen sich ,wie die Profis in eigenen Amateur- Wettbewerben.
Das Internet hat natuerlich ideale Moeglichkeiten zur Kommunikation zwischen einst vereinsamten Hausmusizierenden, geschaffen.Auch die „Grossen“ der Branche ‚Klassische Musik‘ richten sich allmaehlich nach dem neuen Konzept des Internets und dessen eigenen neuen Spielregeln. Kuenstler erstrangigen Rufes richten Websites ein, die es ihren Fans ermoeglichen , nicht nur ihren genauen Standort dank des Konzert-Kalenders zu verfolgen, sondern auch Einblick in die persoenlichen Vorlieben ihrer Stars zu gewinnen.Pianist Jeremy Denk – und er ist keinesfalls ein Einzelfall- ist fuer seinen witzigen und intelligenten Blog mittlerweile fast genauso bekannt und anerkannt, wie fuer seine ueberzeugenden Interpretationen am Klavier.
Klassische Musik ist heute keineswegs nur mehr als Vorliebe der arrivierten Herrschaften gehobenen Alters anzusehen, sondern hat eine starke Folgschaft innerhalb der juengeren Generation gefunden.Gut ausgebildet, mit ueberzeugendem Enthusiasmus und ipod ausgestattet und auf kein bestimmtes Image fixierbar, hat die zweite Generation der Babyboomers ihr eigenes Verhaeltnis und einen neuen Umgang mit der Klassik geschaffen. Die Trennung zwischen ‚traditionell‘ und ‚zeitgenoessisch‘ zeigt sich als aufgebrochen. Zunehmend erweitert sich das Repertoire mit Vertretern der ‚Klassischen Modernen‘ und ‚Zeitgenoessischen‘ Kompositionen.Ein anderer Trend, der auf eine Bewusstseins-Veraenderungen und auch eine neue Realitaet von Klassischer Musik hinweist, ist ihr Einfuegen in einer bisher artfremden sozialen Szene;den Night Clubs der New Yorker Downtown.
Mehr ueber diese und aehnliche Themen und auch spannende Konzert-Rezensionen in meiner Blogreihe ; Wohltemperiert aus New York
Veröffentlicht inNaxos Nachrichten

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