Zum Inhalt

Van Cliburn bei Christie’s New York

Van Cliburn Collection Christie’s New York

Es  war zu den Hochzeiten des Kalten Krieges und Anti-Amerikanismus grassierte in Russland, als sich amerikanische Kultur sich im Gemüt der meisten Russen auf Kommerz und Coca-Cola beschränkte. Man schrieb das Jahr 1958 als ein junger Amerikaner namens Harvey Lavan “Van”Cliburn, Jr. den sowjetischen Block eroberte und im Alter von nur 23 Jahren er den ersten Internationalen Tchaikovsky Piano Wettbewerb in Moskau gewann. Dank seines “goldenen Sounds” mussten die Russen ihre Einstellung anpassen.

Als er aus Moskau zurückkehrte, gab  es für Herrn Cliburn eine Konfetti-Parade in New York City, das einzige  Mal, dass jemals einem klassischen Musiker zu Ehren diese höchstmögliche  Auszeichnung der Stadt New York entgegengebracht wurde. Auf Einladung  von Herrn Cliburn kam Kiril Kondrashin, der russische Dirigent, mit dem  der Pianist seinen preisgekrönten Auftritt bestritten hatte, aus Moskau,  um das gefeierte Konzertprogramm mit Van Cliburn in der Carnegie Hall in New York und anderen Städten aufzuführen. Ihre Aufnahme von Tschaikowskis Erstem Piano Konzert, die während des Kondrashin Besuches  aufgezeichnet wurde, war die erste klassische Aufnahme,die jemals Platin  einbrachte
und mehr als drei Millionen Schallplatten verkaufte, folgt  man Allan Bedford Sampson, dem Direktor und CEO der Van Cliburn  Foundation, wie im letzten Katalog von Christies ausgewiesen.

Van  Cliburn began im Alter von drei Jahren mit dem Klavier mit seiner  Mutter, die eine Schülerin von Arthur Friedheim war, selber ein Schüler  von Anton Rubinstein und Franz Liszt. Im Alter von 12 Jahren gab Van  Cliburn mit dem ‘Houston Symphony Orchestra’ sein Orchesterdebüt und  seine Mutter wollte, dass er mit der legendären Madame Rosina Lhevinne  an der New Yorker ‘Julliard School’ studierte.


Jetzt, mehr als fünfzig Jahre später und einer Karriere mit all den Ehren, die  einem großem Meister zuteil werden können, ist Herr Van Cliburn wieder  zurück in der Stadt– nicht um ein Konzert zu geben, sondern um seine  Kollektion und die seiner Mutter an englischen Möbeln, russischen Kunstwerken, Silber, Schmuck zur Auktion zu geben und – für
Klavierliebhaber – das Klavier seiner Mutter. Der Steinway Modell D Konzertflügel wird auf $40-60,000 geschätzt. Die Auktion wird am 17. Mai bei Christies New York stattfinden. Zum Gedenken seiner Mutter werden die Einnahmen an die ‘Julliard School’ gehen und das Moskauer Konservatorium, wo Van Cliburn studierte.

Van Cliburns  hohe Wertschätzung seiner Mutter wird beispielhaft durch das erläutert,  was er mir bei der Auktionsvorschau erzählte, wo ich ihn das erste Mal  am Muttertag traf – nichts weniger als folgendes:
“Ich habe immer  gedacht, dass meine Mutter viel schöner als ich spielen würde.” Man  konnte den großen Einfluss, den seine Mutter als Ratgeber, Manager und  als Inspiration auf ihn hatte, spüren und im Gespräch mit dem legendären  Pianisten beindruckte mich, dass er trotz seiner 77 Jahre ein  jugendliches Auftreten und persönlichen Charme bewahrt hatte.

Sein  Interesse und seine Bemühungen, junge Künstler in ihrer Laufbahn zu  unterstützen, ist nirgendwo deutlicher als beim legendären Van Cliburn  Internationalen Klavierwettbewerb, der im Jahre 1962, früh in seiner  eigenen Laufbahn begann und einer der bis heute angesehensten internationalen Klavierwettbewerbe ist.

Was für ein  perfekter zeitlicher Ablauf es war Van Cliburn hier zu sehen, wo er  einen Stuhl unter dem Flügel seiner Mutter für den jungen talentierten  Pianisten Vladislav Kern hervorzieht, der in Moskau in einer Familie von  Musikern geboren wurde und zur Zeit bei‘Julliard’ unter der Leiterin  der Klavier-Fakultät Yoheved Kaplinsky studiert.

Vladislav Kern

An die Van Cliburn Fans gerichtet, wird Van Cliburn an der New York Public  Library sein und über seine Karriere und seine ausgiebige Kollektion  mit Paul Holdengraeber sprechen. Diese Veranstaltung findet am Dienstag,  dem 15 Mai um 19Uhr im Stephen Schwarzman Building statt.

Veröffentlicht inNaxos Nachrichten

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.