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Schlagwort: Ondine

Perttu Kivilaakso · Joonatan Rautiola · Jonte Knif · Jyväskylä Sinfonia, Ville Matvejeff – Olli Virtaperko: Romer’s Gap — Three Concertos

Zu den wenigen dauerhaften und dauerhaft erfolgreichen Projekten, die Elemente der klassischen Musik mit moderner Rockmusik verbinden, gehört die finnische Musikgruppe Apocalyptica. Die vier Cellisten coverten zunächst Songs ihrer Lieblingsband Metallica, später spielten sie auch Nummern anderer Gruppen und komponierten zunehmend selbst. Der Klang des elektrisch verstärkten Cellos wurde zum Markenzeichen der Band, deren Mitglieder ausnahmslos Absolventen der renommierten Sibelius-Akademie in Helsinki sind. Der Cellist Perttu Kivilaakso stieß früh zur Band und übernimmt seit 1999 üblicherweise die erste Stimme.

Auch der Komponist und Cellist Olli Virtaperko (*1973) hat eine (musikalische) Vita, die stets die klassische Musikwelt mit der Popkultur verband: Virtaperko ist Absolvent der Sibelius-Akademie (und der Universität Edinburgh). Zwischen 1995 und 2001 war er Sänger der populärsten Rockbands Finnlands Ultra Bra, gründete gleichzeitig (genauer gesagt 1995) sein Alte-Musik-Ensemble Ambrosius und arrangierte u.a. die Musik Frank Zappas (selbst ein Grenzgänger zwischen den musikalischen Welten) für Barockinstrumente. In den auf „Three Concertos“ zusammengefassten Konzerten experimentiert Virtaperko mit modernen, zeitgenössischen Ausdrucksformen der klassischen Musik und ungewöhnlichen Soloinstrumenten. Neben Kivilaaksos elektrisch verstärktem Cello auf dem Herzstück des Albums „Romer’s Gap“, übernimmt auf „Multikolor“ das Baritonsaxophon von Joonatan Rautiola den Solopart während auf „Ambrosian Delights“ Jonte Knif mit dem von ihm selbst entwickelten analogen Synthesizer Knifonium zu hören ist. Die Solisten werden von der Jyväskylä Sinfonia unter Ville Matvejeff begleitet. Das Orchester gehört zu den erfolgreichsten Klangkörpern Finnlands und hat bereits fast 40 Alben (die meisten auf Ondine) aufgenommen.
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Helsinki Philharmonic Orchestra, Leif Segerstam: Earquake – The Loudest Classical Music of all Time

Nicht wenige Rockmusik-Fans glauben, klassische Musik bestünde lediglich aus Wohlklang und gemäßigten Tempi. Sie beanspruchen Lautstärke und Aggressivität als Alleinstellungsmerkmale „ihres“ Genres und ergötzen sich im Hardrock an einprägsamen Gitarrenriffs, donnernden Schlagzeug-Einsätzen, wabernden Bässen und Metal-Shoutern, als gäbe es keine (musikalische) Alternative für AC/DC, Black Sabbath, Metallica & Co.

Und die klassische Musikwelt? Sie scheint das Vorurteil bestätigen zu wollen, sieht sich als Hüter einer distinguierten Kultur und einer Ästhetik, die das „Hässliche“ und „Laute“ ausklammert. Und wenn es dann mal um Lautstärke geht, werden ewig dieselben Werke bemüht, um zu belegen, dass ein Orchester auch „rocken“ kann: Tschaikowskys „Ouvertüre 1812“ und „Wellingtons Sieg“ von Beethoven, martialische Schlachtengemälde mit Kanonen, Krieg, Pathos und wehenden Fahnen.

Es geht auch anders. Es geht auch farbenfroher, überzeugender, subtiler und abwechslungsreicher. Und lauter, viel lauter.
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