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Pianist/Komponist Michael Brown –leistet musikalisch Schützenhilfe

 

(Bildnachweis: Jeanette Beckman)

Als der amerikanische Pianist Michael Brown als Teenager zum ersten Mal im Radio, ein bestimmtes,  zeitgenössisches, klassisches Stück hörte, verliebte er sich in das First Piano Concerto des Komponisten George Perle. Es gab etwas an dem Werk des Komponisten, was seine Neugierde und Faszination anzog und es bewegte ihn dazu, sich an das Klavier zu setzen und ein weiteres von Perles Stücken für das Klavier zu lernen: Six Celebratory Inventions. Er fühlte sich damit eng verbunden und er wusste, das er noch weiter forschen musste. Im Jahre 2003 gelang es dem jungen Pianisten, ein Treffen mit dem damals noch lebenden Pianisten zu arrangieren und für ihn zu spielen. Er hatte einfach nur Perles Verleger kontaktiert und wurde kurz daraufhin eingeladen, dessen Wohnung an der Westseite des ‘Central Parks’ zu besuchen. Für Brown stellte sich dies als der Beginn einer langanhaltenden, fruchtbaren Freundschaft mit dem Komponisten heraus, die nach dessen Tode im Jahre 2009 mit dessen Witwe Shirley eine Fortsetzung fand. Michaels Bewunderung von Perles Werk, welches auch bei Michaels eigenen Werken Spuren hinterlassen sollte, führte zu einem häufigen Spielen von Perles Repertoire, das oftmals verstreut in Michaels Aufführungsprogramm einfliesst. In jüngster Zeit hat das seinen Höhepunkt in Michaels Veröffentlichung von seiner George Perle CD auf dem ‘Bridge Records Label’ gefunden, die sich dem Erkunden der stilistischen Entwicklung der Werkes von Perle verpflichtet fühlt. Sie schließt zwei Weltpremieren mit ein: Perles Classic Suite und Chansons Cachées, das Material, das Michael bei einem Besuch Shirleys verstreut hinter einem Bücherregal vorfand.

 

 

Michael Brown und sein Mentor George    Perle von Roman Rabinovich

Michael wusste von Anfang an, dass seine Vorliebe für das Klavier sich mit seiner Faszination des Komponierens die Waage hielt. Daher zögerte er nicht, sich für ein herausforderndes Doppelstudium bei Julliard zu bewerben. Michael graduierte im Jahre 2011 mit einem zweifachen ‘Master’- Abschluss und dem ‘William Petschek Piano Recital Award’, einer Auszeichnung der Universität, nachdem er sowohl bei den beiden Pianisten Jerome Lowenthal und Robert McDonald als auch den Komponisten Samuel Adler und Robert Beaser studiert hatte. Heute trägt Michael weiterhin gleichzeitig zwei unterschiedliche Hüte.

Michael ist von der Kritik für viele seiner Konzerte hoch gelobt worden.  Die New York Times hat Michael als einen “jungen Klavier Visionär” beschrieben. Die Times hat bei der Verkündung des Konzertes und Veröffentlichungsveranstaltung seiner CD im Mai am ‘DiMenna Center for Classical Music’, die von der ‘Concert Artist Guild’ präsentiert wurde, ihn auch als “einen der führenden Persönlichkeiten, bei der derzeitigen Renaissance von Auftritts-Komponisten” gepriesen.

“Michael Brown, der Gewinner unseres Wettbewerbs im Jahre 2010 ist ein ungewöhnlich bedachter und einfühlsamer Musiker, der sich gleichermaßen beim traditionellen Repertoire wie auch bei der zeitgenössischen Musik zuhause fühlt. Als Komponist bringt er eine besondere Einfühlsamkeit mit in die Aufführung. Er hat ebenso eine tiefe Wertschätzung von den stilistischen Feinheiten, was ihn zu besonders interessanten, programmatischen Konzepten bringt,” unterbreitet Richard Weinert, Direktor der ‘Concert Artist Guild’.

 

Wenn es sich um Fragen der Programmauswahl handelt, genießt Michael eine eklektische Kombination von traditioneller klassischer Musik mit einemGeschmack fürs Zeitgenössische und verbindet bei seinen Konzerten beide Klangwelten. Michael begann erst in jüngster Zeit disem Mix ebenfalls seine eigenen Kompositionen hinzuzufügen. Michaels Identität als Komponist ist in seinem musikalischen Können verwurzelt, aber hat auch spontanen Ursprung.  Als Künstler taucht er sogleich ein:  “Als Pianist und Komponist ringe ich immerzu um Eingebung, man sollte nicht darauf warten, dass diese einfach kommt, man sollte einfach nur schreiben und scheitern und von der harten Arbeit lernen, statt auf die göttliche Eingebung zu warten, sagte er während unseren Treffens in einem lauten Restaurant beim Time Warner Center.

 

 

(Bildnachweis Ilona Oltuski)

Michael sucht oft in der Literatur nach Inspiration: “Vor ungefähr 5 Jahren,” sagt er, “schrieb ich ein Stück für Klavier und Cello mit dem Namen Five am. Es basiert auf dem Gedicht von Alan Ginsberg und beschreibt diesen besonderen Zeitpunkt, für die einen, den Beginn des Tages, für andere, das Ende einer langen Nacht, voller Wahnsinn und dennoch eine quälende Suche nach Inspiration, Spiritualität oder Drogen.” Das Stück landete in einer in Auftrag gegebenen, gemeinschaftlichen Filmproduktion für das ‘Morab Music Festival’ 2013. Es stellte den jungen Künstler und Pianisten Roman Rabinovich vor und Five am wurde von Michael und seinem Duett-Partner, dem Cellisten Nick Canellakis aufgeführt. Ihre Freundschaft und Zusammenarbeit begann, als die drei Musiker sich durch das ‘Ravinia Summer Chamber Music Program’ im Jahre 2008 kennenlernten: “Nick, ein leidenschaftlicher Film Aficionado, entschloss sich dazu, dass wir einen Kurzfilm, machen sollten, der mein Stück, (gespielt von uns) und Roman, und seine Gemälde vorstellen würde.”

 

“Es ist wirklich schwer, das Stück ‘live’ zu spielen, während der Film vorgestellt wird, da man sich nicht gut gegenseitig sehen kann und es verzwickt ist, die Signale zum Einsatz zu bekommen, was in jeder Kammermusik Performance notwendig ist,” meint er.  (Bildnachweis: Ilona Oltuski)

 

Michael wurde auch der erste Gast bei der Pilotvorstellung von den Gesprächen mit Nick Canellakis, einer Serie von satirisch angehauchten Interviews mit Musikern, die sich im allgemeinen auf besondere Eigenheiten oder letzte Neuigkeiten von den interviewten Künstlern konzentrieren. Michael wurde gleich in drei aufeinanderfolgenden Episoden zum Ehrengast und landete als Nicks rechte Hand auf eine Reihe von Unterhaltungs-Chats, deren Bekanntheitsgrad dadurch wuchs, viele bekannte Künstler anzuziehen, die bereit waren, von Nick in die Mangel genommen zu werden und gewillt, einer großen Zuschauerschaft auf YouTube ausgesetzt zu werden.

 

“Diese Interviews sind humoristische und persönliche Eindrücke vom Leben der Musiker, die mit ernsthaften Dingen beschäftigt sind. Der Humor liegt in der Art und Weise, wie wir unser Gespräch auf den zeitlichen Rahmen von 4-5 Minuten zuschneiden, indem wir lustige Ausschnitte und missliche Situationen zeigen und die Finger auf die offene Wunde legen und sie so in einem anderen Licht porträtieren und eine zwangslosere, menschlichere Seite von ihnen zeigen.

“Natürlich versuchen wir, das Gespräch zu unseren Gunsten zu beinflussen, aber wir sprechen auch mit jedem besonderen Künstler über relevante Themen: Leon Fleishers Repertoire für die linke Hand, David Finckel, der das ‘Emerson String Quartet’ verlässt, Osmo Vänskä und das Minnesota Orchestra….

Während Nick auf forschere Art das Gespräch führt, schätzt sich Michael glücklich, “der nette, liebenswerte Typ,” zu sein, der “unterstützende Mann an der Seite”, eine Rolle, die ihm perfekt steht. Ihr letztes Gespräch stellt das bekannte, witzige, musikalische Duo Igudesman & Joo vor, deren anfänglicher YouTube Erfolg sich bei ihren Konzerte weltweit in ein enormes Gefolge verwandelt hat.

(Foto mit freundlicher Genehmigung von Nick Cannelakis)

“Sie sind wirklich lustig, meint Michael, der findet, dass das Leitbild für ihre Gespräche irgendwie auf dem Humor von Zack Galifianakis’ Between Two Ferns beruht. “Aber sie sind ebenso großartige Musiker. Wenn das nicht der Fall wäre, würde keiner sie wirklich ernst nehmen. Ihre Shows kommen an, weil ihre Musik ankommt und es ihnen erlaubt, ein bisschen verrückt zu spielen.” Und das ist genau die Sache, wofür Michael bekannt sein möchte: der unterstützende Mann an der Seite zu sein, bei jeder Art der Zusammenarbeit und dabei großartige Musik zu machen, “die er liebt.

Michael und Nick, die als das Canellakis-Brown Cello-Piano Duo seit 2009 bestehen, planen ihre erste Duo CD für ‘CAG Records’ im Juni aufzunehmen. Canellakis’ musikalisches Können wird auch von  der ‘Chamber Music Society’ des Lincoln Centers vorgestellt. Die beiden Künstler sind zusammen soeben im Rahmen des ‘Musicians Emergency Fund’ Konzertes, das am 17. Mai in der ‘Alice Tully Hall’ stattfand, wie auch in verschiedenen Kammermusik-Szenarien aufgetreten, einschließlich einem Mini-Gastspiel in Brooklyns Barbès Veranstaltungsräumlichkeiten.

“Ich mag verschiedene Aspekte eines Auftritts. Mit einem Solo Repertoire hat man selbst die Kontrolle, aber wenn man zusammen mit anderen Mitwirkenden unterwegs auf Reisen ist, macht es wirklich so viel Spaß und bei Nick und mir dreht sich vieles um die Kammermusik.” Es ist eine willkommene Neuigkeit, dass Michael für die 2015-18 Saisons sich der ‘Chamber Music Society Two’ des Lincoln Center hinzugesellen wird.

Ein weiteres Projekt, das Michael am Laufen hat, ist eine CD für das ‘Naxos Label’, die eine Schubert Auswahl beinhaltet, wie auch ein, mit seinem eigenen ehemaligen Lehrer, dem Pianisten Jerome Lowenthal, vierhändig eingespieltes Album für ‘CAG Records’, das eine leichtere, französische Note haben wird, die von Michaels Transkription von George Gershwins An American in Paris für vierhändiges Piano angeregt worden ist.

“Ich finde auch wirklich Gefallen an einer interdisziplinären Herangehensweise, die sich auf alle Kunstgattungen erstreckt, und dann ist es auch eine große Belohnung, für meine Künstlerfreunde, die mich daraufhin ansprechen, zu komponieren,”sagt er. Anscheinend zeigen viele seiner Künstlerfreunde ihre Unterstützung, nicht nur indem sie in großer Zahl bei seinen Aufritten erscheinen, sondern es kommen auch zunehmend von jungen Künstlern wie Orion Weiss und Adam Golka Aufträge herein und andere werden sicherlich folgen, so dass Michaels Output für viele zu hören sein wird.

 

Veröffentlicht inGrenzüberschreitend

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