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Israeli Chamber Project

Am 1. Februar 2012 um 7.30 in der Weill Recital Hall der
Carnegie Hall

Gegründet im Jahre
2008 ist das Israeli Chamber Project (israelisches
Kammermusikprojekt) eine erstaunliche Gruppe junger, aber versierter, unternehmerischer
israelischer Musiker, die in den USA leben und  – neben ihrem individuellen musikalischen
Talent – eine Mission teilen, die sie verbindet. Wie es der
geschäftsführende Direktor der Gruppe und einer der beiden Pianisten, der
Mitbegründer Assaff Weisman ausdrückt:”Wir haben mehrere Schwerpunkte: Erstens
teilen wir alle die Leidenschaft, etwas unserem Heimatland Israel wiederzugeben.
Es gibt in Israel keinerlei Geldmittel für die Kunst; das Land kann es sich einfach nicht leisten. Deshalb
verlassen viele seiner talentiertesten jungen Leute das Land, – wie wir es
taten – um ihre Ausbildung voranzutreiben und Auftrittsmöglichkeiten zu
verbessern, die für eine internationale Karriere die Voraussetzung sind. Dieses
ist die Ursache für eine Abwanderung der
Ausgebildeten, sozusagen einen “brain drain,” was
das Land ohne gute Lehrer zurücklässt, die die nächste Generation begeistern könnten. Also wollen wir auf Tournee gehen und etwas an die
jüngere Generation weitergeben, indem wir
unterrichten und sie inspirieren. Zweitens, wenden wir uns mit unseren
Konzerten an die breite Öffentlichkeit in Israel, indem wir uns nicht nur auf
die typischen Kulturzentren konzentrieren,wie es mit unserer Konzertreihe in
Tel Aviv und Jerusalem geschieht, sondern, indem wir auch klassische Musik in
die Kibbutzim, in die Wüstengegenden im Negev und arabische Städte bringen. Wir
bieten diesen entlegeneren Gebieten klassische Musikkultur, wo wir die Musik
von traditionellen und zeitgenössischen Komponisten vorstellen möchten. Unsere Bildungstourneen beinhalten an Musikschulen vor Ort Meisterklassen
und auch Einzelunterricht am Instrument und enden typischerweise mit einem
Konzert, in das wir oft auch die Studenten des Tages miteinschließen. Dabei
handelt es sich nicht um eine einmalige Sache; wir kehren zurück und haben das
Privileg, am Fortschritt teilzuhaben. “Und,” fährt Weisman weiter fort, “wir
wenden uns natürlich an die amerikanische Öffentlichkeit, unserer neuen Heimat
und fördern eine auf Israel bezogene kulturelle Sensibilität. Wir sind alle israelische
Staatsbürger und unser gemeinsamer Hintergrund verbindet sehr. Leute haben mir schon
sehr oft gesagt, dass es ein besonderes Gefühl gibt, welches auf das Publikum wirkt.
Wir unterstützen die israelische Kunst, indem wir Werke von zeitgenössischen israelischen Komponisten in Auftrag geben,
unter ihnen Matan Porat, Jonathan Keren, Amit Gilutz und Gilad Cohen. Aber
natürlich haben wir ein breitangelegtes Repertoire, das wir spielen. Unsere
ehrliche Herangehensweise, die darauf beruht ohne etwas vorzutäuschen, ist bis
jetzt vom Publikum honoriert worden und unsere erste CD wird in dieser Saison
vom Azica-Label herausgegeben und von Naxos vertrieben.”

Die Gruppe, die aus
acht Kernmitgliedern besteht, umfasst ein Streichquartett, zwei Pianisten,
einen Harfenspieler und einen Klarinettisten. Bei ihrem Carnegie Hall Debüt werden
zwei bis sechs Musiker in sich variierendenden Kombinationen
spielen. Jeder der Musiker hat sich bereits in seinem Bereich einen Namen
gemacht. Assaff, ein ehemaliger Student des hervorragenden Herbert Stessin bei
Julliard (ebenfalls ein Lehrer von Jeremy Denk und Orly Shaham), der dabei
geholfen hatte, einige der erfolgreichsten Pianisten der jüngeren Generation
heranzuziehen, unterrichtet neben seiner ausgiebigen
Konzertarbeit mit dem Israeli Chamber Project und auch seiner Solo-Karriere als Konzertpianist selbst vier
Klassen an der Abendschule von Juilliard.

Vor seinem Studium in
New York studierte Weisman bei Professor Victor Derevianko
in Israel und wurde, wie alle Mitglieder des Israeli Chamber Project, mit Stipendien der
Amerika-Israel Kulturstiftung unterstützt. Viele der Künstler schauen auf ein
gemeinsames Heranwachsen in den Heimatstädten in Israel zurück. Andere haben
sich bei Juilliard getroffen.

Der Violinist Itamar
Zorman, das jüngste Mitglied der Gruppe meint:”Michal und Tibi nahmen mich mit
in den Übungsraum, erläuterten mir die Gruppe und ihre Ideen und ich sagte,
dass ich natürlich gerne mitmachen würde. Ich hatte zuvor schon als Trio mit
Michal, die eine ertaunliche Cellistin ist, und mit dem Pianisten Itamar Golan
gespielt. Mit Sivan, unserer Harfenspielerin hatte ich ebenfalls beim einem Festival
an der ‘Jersualem Academy’ im Jahre 2004 gespielt.“

Zorman ist der
Gewinner des internationalen Tschaikowsky Wettbewerbs in Rußland im Jahre 2011 und
wuchs in Tel Aviv auf, wo er Weisman begegnete. Besonders wurde er von zwei
anderen jungen israelischen Musikern inspiriert, die ihm mittels der Ilana
Feher Stiftung ungemein halfen. Die Violinisten Ittai Shapira und Hagai Shaham
waren nicht nur entscheidend dabei, ihm ein Stipendium zu gewähren, das ihm
eine Aufnahme und ein Debütkonzert ermöglichte, sie waren ebenso eine wahre Hilfe, indem sie ihm guten Rat gaben, was seine zukünftigen beruflichen Schritte anbelangte. Mit dem Israeli Chamber Project aufzutreten, “macht nicht nur Spaß, da ich es sehr mag, mit
dieser Gruppe von Leuten zu spielen,” sondern er glaubt auch an ihre Aufgabe,
die Gelegenheit für die Unterstützung, die er
erhielt, etwas zurückzugeben: “Der Grad an Ausbildung ist im Ganzen recht hoch
in Israel. Es gibt viele Lehrer der älteren Generation, die ihr Training in der
ehemaligen Sowjetunion erhalten haben und es gibt auch eine gutes Musik
Konzept. Es gibt einige große Studios und
einiges erstaunliches Talent. Aber ich versuche eine
neue Betrachtungsweise bekanntzumachen, die nicht ihre Werke behindert, sondern fördert. Neben
meiner Liebe für Schubert und Brahms bringe ich ebenso meine Vorliebe für
Gegenwartsmusik mit und finde im allgemeinen, dass
Israelis ein sehr aufgeschlossenes Publikum sind. Gleichzeitig genieße ich es, zeitgenössische
israelische Komponisten wie auch neue Musik überhaupt in Amerika aufzuführen. Es
mag sich um eine Generationsfrage handeln und
Symbolcharakter für den Rhythmus unserer Zeit. Natürlich gibt es etwas in der
modernen Musik, was das allgemeine menschliche Befinden genau wie in jeder
anderen Musik berührt, aber es gibt auch etwas
spezifisches in ihrer modernen Ausdrucksweise. Unsere Verantwortlichkeit als
Auftretende ist es, sie so meisterhaft zu präsentieren, wie wir es auch für die
klassischen Ikonen tun, obwohl ein Zuviel an Ehrerbietung manchmal dem einfachen
Befinden in gerade diesem Augenblick im Wege, eine andere Stärke von
zeitgenössischer Musik, welche nicht die Last
ihrer eigenen Geschichte mit sich herumträgt.”

Letzten Sommer trafen
sich Zorman und die Harfenspielerin Sivan Magen mit dem Komponisten Matan Porat,
als sie am
Marlboro Festival teilnahmen. “Wir spielten Matans Requiem,
ein äußerst wirksames Stück, besonders als wir es beim Festival um Mitternacht
spielten.” Diesen kommenden Sommer werden wir das Musikfestival in Verbier
besuchen, in der Hoffnung noch immer neue Horizonte zu aufzutun.

 

Programm am 1.
Februar 2012 um 7.30 in der Weill Recital Hall in der Carnegie Hall

Schostakowitsch, Trio für Klavier, Violine,
Cello in c-Moll,

Op.
8 Sebastian Currier, ‘Night Time’, für Harfe und Violine

Martinů Kammermusik Nr.1

Paul Ben Haim Drei Lieder ohne Worte
(arrangiert für Klarinette und Harfe)

Brahms Trio für Klarinette, Cello und Klavier
in a-Moll, Op. 114

 

Tibi Cziger, Klarinette

Sergey
Tarashansky, Viola

Assaff
Weisman, Klavier

Michal Korman, Cello

Itamar Zorman, Violine

Sivan Magen, Harfe

 

Veröffentlicht inGrenzüberschreitend

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