Zum Inhalt

Die echten Pianisten der Hamptons

Gemessen an der großen Zahl von Reality TV-Shows, bei denen Ereignisse in Echtzeit aufmerksam verfolgt werden, die von angsteinflößenden Restaurantküchen bis zum glamorösen TV-Tanzfilm auf und jenseits der Tanzfläche Dancing with the Stars reichen, war es nur eine Frage der Zeit, bis jemand auf die Idee kommen würde, einen Blick hinter die Kulissen auf das wirkliche Leben von Pianisten zu werfen. Indem er die alltäglichen Erfahrungen der jungen Pianisten, die beim East Hamptoner Pianofest zugegen waren, mitteilt, vermittelt Konstantin Soukhovetski, Pianist/Schauspieler und Moderator der neuen Reality-Web-Serie The Real Pianists of the Hamptons mit Bravour sein tiefes Empfinden für das klassische Musikgenre und die Emotionen und Ereignisse, die innerhalb dieser besonderen Institution erlebt wurden. Die Vorschau der Show umfasst Szenen aus der Sommersaison des letzten Jahres, aufgenommen in East Hampton, am Orte des Pianofestes, das acht Klaviere und all die teilnehmenden Pianisten beherbergt. Man bekommt einen voyeuristischen Kick, wenn man einen Blick vom intensiven Proben der Studenten, die für die wöchentlichen Konzertauftritte üben, erhascht, wie auch von den intensiven, persönlichen Interaktionen zwischen den jungen Musikern, wie sie arbeiten und spielen.

Der Zuschauer wird eingeladen, den emotionalen Zustand dieser jungen Leute zu verfolgen, wie sie ihren täglichen Übungsroutinen nachgehen und diese diskutieren, die beinhalten, sich auf die Herausforderungen des Repertoires, der Instrumente und der Ausdruckskraft in ihrer Musik zu konzentrieren. Dennoch liegt das entscheidende Element der Show in der Erfassung der sozialen Interaktionen der Studenten, die uns einen vertraulichen Blick auf die Auftrittskünstler als ebenbürtige Kollegen erlaubt, die [zusammen] essen, trinken, einander lieben und Parties machen. Indem die Musiker außerhalb des sonst üblichen Konzerthallen-Rahmens gezeigt werden, überbrückt die vertrauliche Perspektive der Show die Distanz zwischen den privaten Persönlickeiten dieser Künstler und der ihrer geschliffenen Bühnenpersönlichkeiten. Diese Offenlegung ist vielleicht das natürliche Ergebnis der vorgestellten Generation, die sozialen Medien-Netzwerken ausgesetzt ist und sich selber dieser bedient.

Junge Auftrittskünstler empfinden heutzutage die Notwendigkeit, ihre Leidenschaften, Hoffnungen und Ängste mit ihrem Publikum zu teilen, vor allem aber mit ihren Kollegen. Diese talentierten Musiker, in deren Karrieren einigen von ihnen bereits berühmte, internationale Konzertbühnen vorgestellt wurden, mussten schon oft von einem sehr jungem Alter an ihr soziales Leben zugunsten ihres Studiums zurückstellen. Diese Web-Serie bietet ihnen die Gelegenheit, sich mit Gleichaltrigen wieder kurzzuschalten und sowohl ihre Kunst als auch persönlichen Erfahrungen mit der Welt zu teilen. Durch diese Reality-Show hat ein globales Publikum zudem die Chance, einen flüchtigen Eindruck vom derzeitigen Stand klassischer Musik zu bekommen, sie verschafft einen Einblick in die Motivationen der jungen und oft unternehmerischen Musiker, wie Soukhovetski selbst einer ist. Die Entscheidung, Pianofest als Setting für The Real Pianists zu nutzen, war die einvernehmliche Entscheidung von Soukhovetski und dem Pianisten und bedeutenden ‘Cleveland Institute of Music’ Pädagogen Paul Schenly. Pianofest, die East Hamptoner Sommerresidenz für junge Pianisten, ist die Idee von Schenly, der bei seiner Suche nach einer Örtlichkeit für den Sommer in der Nähe von New York das East Hamptoner Landhaus erwarb. Pianofest findet nun bereits zum 25. Mal statt, und Schenlys Landhaus ist zu einem idealen Ort geworden, der für herrliches und dennoch unaufdringliches Musizieren steht. Großartige Musiker und Musikliebhaber haben seit ihrer Gründung diese Institution zu einer Drehscheibe gemacht und dabei geholfen, sie zu einem Ort lebhaften, künstlerischen Ausdruckes zu entwickeln, als ein Refugium der Behaglichkeit für vielversprechende Künstler, nicht anders als die Wirkungsstätte von Rachmaninow, wo der Meister die Schüler zum Studium und zum Leben um sich versammelte.

“Paul wollte immer schon ein freundliches Ambiente schaffen, in dem seine Studenten gleichzeitig vorankamen und miteinander spielen und sich sozializieren konnten, ohne das Gefühl haben zu müssen, im Wettbewerb miteinander zu stehen. Es gibt keinen Preis zu gewinnen; dort zu sein ist der Preis,” sagt Soukhovetski, der nun beim Festival als Gastkünstler fungiert. Während seiner frühen Entwicklungsjahre wie auch in seiner Zeit an der ‘Juilliard School’ hat Soukhovetski viele Sommer beim Pianofest verbracht. “Ich verstehe das Wesen des Pianofestes, seinen Auftrag wie auch seine Dynamik. Mit den Real Pianists, erzähle ich im Wesentlichen dessen Geschichte. Paul unterstützte meine Idee und bestärkte mich darin, mitzumachen.” Paul Schenly erläutert: ‘Das Pianofest konzentriert sich auf die Unterstützung der Musik und Musiker und zwar auf eine Art, die sicherstellt, dass sie ihr ganzes Potential voll auschöpfen und dann ihr Talent zur Freude und Inspiration ihres Publikums präsentieren. Unsere Sommer Saisons haben bewiesen, dass unser Ziel, das Publikum eine persönliche Beziehung zu den auftretenden Studenten herzustellen zu lassen, eine wichtige, motivierende Rolle dabei spielt, ein wachsendes Publikum heranzuziehen, was umgekehrt inspirierend für die Auftretenden ist. Wir hoffen, die andere Seite der Musik zu zeigen: ihre innere Funktionsweise und hoffen auch, dass es Talent für das Leben wie für das Klavierspielen gibt.”   Für Soukhovetski ist es eine große Motivation, genau das deutlich zu machen, und er macht von seinen vielen Auftrittstalenten Gebrauch: “Ich habe genug Zeit am Drehort verbracht, um eine Vorstellung der Rahmengebung zu haben und auswählen zu können, welcher Schnitt sich für einen besonderen Betrachtungswinkel eignet, nach dem ich Ausschau halte, und ich weiß, wie die Geschichte visuell zu erzählen ist. Als allerwichtigste Komponente nennt er seinen Co-Produzenten Sasha Popov von Popovmedia, der ihm dabei hilft, die Vorstellung auf den Bildschirm zu übersetzen, und er sieht ihn als den “guten Polizisten”, der sicherstellt, dass alle Grundlagen abgedeckt sind, um ein gutes Produkt zu liefern. Aber kein Produkt ist ohne Inspiration zu haben: ”Es war Paul, der immerzu den Traum verfolgt hatte, ein sicheres Refugium zu schaffen, in dem Musiker einfach sie selbst sein konnten und wirklich die Gesellschaft ihresgleichen und die Musik ohne die sonst übliche Konkurrenz genießen konnten. Das wurde beim Pianofest im höchsten Maße erreicht und, dank der Bemühungen der Gemeinde und der Wertschätzung der Musik, im großen Stil.”

Soukhovetski hofft auf einen Ausbau seiner Unternehmung mittels einer Vorschau von ‘the Real Pianist’, welche im Jahre 2011 aufgenommen worden war und im Juni diesen Jahres – während seines ersten Tages auf YouTube – beachtliche 1000 Ansichten abkassierte. Jetzt hat sie nahezu 7000 Treffer auf YouTube erzielt und die erste Episode soll in den nächsten Wochen auf YouTube und der Real Pianists Facebook-Seite laufen. Soukhovetski fühlt sich in vielen Welten zuhause, einschließlich von Klavierauftritten, Theater, Fernsehen, Film, und Mode, aber sein wirkliches Ziel ist es, ein liebevolles Bild eines bestimmten kulturellen Mileus zu kreieren, das seine hohe Wertschätzung erfährt. Real Pianists hat die Ambition zu beweisen, dass trotz ihrer ernsthaften Herangehensweise an die Musik klassische Musiker ebenfalls ‘cool’ sind! Als “Rock Star Pianist” vom ‘New York City Chamber Festival’ beim Symphony Space am 7. September (um 18 Uhr) präsentiert, stellt Soukhovetski in einem theatralischen Kontext in seiner Vorstellung seiner Original-Transkription der Schlußszene von Richard Strauss’ Capriccio die gegenseitige Abschottung der theatralischen und musikalischen Aspekte eines Auftritts in Frage. Das Programm wird auch Franz Liszts Vallée d’Obermann aus Années de pèlerinage und die St.Sulpice Szene von Jules Massenets Manon (von Soukhovetzki für Klavier arrangiert) beinhalten.

Ein weiterer Teil seiner persönlichen Vorstellung: seine Schuhe, von Konstantin selbst entworfen.   

Veröffentlicht inGrenzüberschreitend

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.