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Concert Meister Series – Not macht erfinderisch

Not macht erfinderisch, wie man sagt.

Um Kosten für teure Anreisen und den Hotelaufenthalt internationaler Künstler von hohem Rang zu sparen, hatte die New Yorkerin Simona DeFeo die brilliante Idee, einzelnen Musikern, die ohnehin für Engagements mit ihren Orchestern in den USA eingetroffen waren, Soloauftritte vor Ort zu verschaffen. Diese konnten dementsprechend preisgünstig angeboten werden. Zusammen mit dem israelischen Pianisten Elisha Abas, der sich durch seine weltweiten Auftritte mit verschiedenen Orchestern ein dichtes Netzwerk an Kontakten aufgebaut hatte, entstand die ‚Concert Meister Series’.

Albena Danailova, eine der wenigen weiblichen Geigerinnen und gleichzeitig auch eine der vier Konzertmeister der Wiener Phiharmonie, war beispielsweise ursprünglich zu einem Konzert der Vereinten Nationen mit Musikern des Orchesters  nach New York gekommen. Am 3. November 2009 spielte sie dann das erste Konzert der ‚Concert Meister Series’ im Performing Arts Center des New Yorker Baruch Colleges.

Das gelungene Programm in der Engelman Recital Hall umfasste Beethovens Kreutzersonate (Nr. 9, opus 47 in A-Dur), Bela Bartoks Sonata Nr. 1, gefolgt von Ronn Yedidias ‚Lullabye’, sowie ‚Liebesleid’ und ‚Marche Miniature Viennoise’ von Fritz Kreisler. Danailova wurde von dem jungen Pianisten und Absolventen der Baseler Musikakademie, Julian Riem, begleitet. ‚Resident’-Komponist Ronn Yedida, ein Schüler von David Diamond und Milton Babbitt, war ebenfalls an diesem Abend anwesend.

„Für viele der Musiker, die es gewohnt sind im Orchester zu spielen, ist es eine willkommene Abwechslung, auch mal wieder als Soloist aufzutreten“, meinte Danailova in einem Interview mit der New York Times.

Eine seltene Gelegenheit für die meisten Orchestermitglieder, die sich jetzt dank der ‚Concert Meister Series’ häufiger verwirklichen lässt.

Eine nette Gelegenheit für ein meet and greet bot die „Zugabe“ einer Afterparty des Sponsors der ersten Saison ‚Chopin Vodka’. Stilvoll sorgte sie mit viel Alkohol und eleganten Hors d’oevres im noblen Restaurant ‚Olives’ des Hotels ‚W’ für einen gelungenen Abschluss des ersten Konzertabends.

 So hatte ich denn auch die Gelegenheit, mit Ronn Yedida ins Gespräch zu kommen und mich mit Simona DeFeo und Elisha Abas über das wunderbare Konzept der Musikreihe zu unterhalten. „Es wundert mich, dass niemand vorher von diesem eigentlich ziemlich simplen Konzept Gebrauch gemacht hat“ , bemerkte Abas . „Wir mieten die Halle und teilen unsere Einnahmen mit den Musikern. So gewinnt jeder, und keiner trägt ein allzu grosses Risiko.“

Und Frau DeFeo fügte hinzu: “Im November 2008 hatte ich das Konzept schon einmal mit einem Konzert unter dem Titel „The Concert Meister Series presents Micha Haran” getestet. Es war unglaublich, wie viele Leute kamen. Und das alles auf Grund von Mundpropaganda und Internet-Marketing. Im Jahre 2009 machte ich den zweiten Test, mit Sergey Ostrovsky, dem Konzertmeister des ‘Orchestre de la Suisse Romande’. Wieder ein voller Erfolg! Letzten Sommer dann bat ich Elisha Abas, als ‘Artistic Director’ miteinzusteigen.”

DeFeo betont, dass die ‘Concert Meister Series’ eigentlich gar keine Musikreihe im eigentlichen Sinn sei, sondern eher eine globale Gemeinschaft von Musikern, deren gemeinsame Auftritte dazu dienen, ihr Publikum besser kennen zu lernen. Frau DeFeo hat weitere Pläne. Sie möchte ihr Konzept auf die Tanz- und Theaterwelt ausweiten, und auch Museen und Gallerien bereichern. Und sie würde gern geografisch expandieren, und in Kulturzentren wie London und Paris tätig werden.

Ihre Berufserfahrungen im wirtschaftlichen Bereich, wie auch ihre Expertise, wenn es um Internet-Marketing und soziale Netzwerke und Gruppen wie Facebook geht, sind hier von grossem Nutzen. Wenn dann noch Mundpropaganda und Flugblätter eingesetzt werden, wird verständlich, warum DeFeos enormer Einsatz immer wieder zu Erfolg führt.

Eine Hürde ist jedoch noch nicht überwunden: Die der Auftrittsorte. Es ist nicht einfach, geeignete Bühnen in einer Stadt zu finden, in der es vor kulturellen Veranstaltungen nur so wimmelt. Frau DeFeo hat ihre Bemühungen jedoch nicht auf die üblichen Veranstaltungsorte beschränkt: Ausser der Juilliard – und der Manhattan School of Music, und anderen Einrichtungen, die Musikerziehung anbieten, bemüht sie sich auch um Botschaften und diplomatische Vertretungen. So war denn auch der österreichische Botschafter einer ihrer ersten Gäste.

Die Qualität der Serie wird von ihren hervorragenden Soloisten getragen. So haben sich bereits die Geiger Guy Braunstein, Konzertmeister der Berliner Philharmonie, und Glenn Dicterow, Konzertmeister der New Yorker Philharmonie, für Auftritte verpflichtet; ebenso Micha Haran, Erster Cellist und Roman Spitzer, Erster Geiger, beide von der Israelischen Philharmonie. Der impresarische Coup von Simona DeFeo and Elisha Abas bereichert das New Yorker Publikum um ein weiteres Angebot an musikalischen Leckerbissen.

Veröffentlicht inGrenzüberschreitend

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