Archiv für die Kategorie: “Grenzüberschreitend”

Juilliard Piano Duo Lang Ning und Michael Berkovsky

Juilliard Piano Duo Lang Ning und Michael Berkovsky

Die klassischen Pianisten Michael Berkovsky und Lang Ning
Liu sind beide sehr einfühlsame und sensible Pianisten. Owohl sie aus
unterschiedlichen Ecken der Welt stammen, teilen sie die Erfahrung eines
Studiums an der ‘Julliard School’. Jetzt haben sie wieder zusammengefunden.

 

Nach dem Master Abschluss bei Juilliard, dem Gewinn des
Julliard Konzertwettbewerbs und dem Auftritt in der Avery Fisher Hall im Jahre
2008 hat Michael sein Musikstudium bei Peabody fortgesetzt und gewann erneut
den Auftrittspreis, der ihn zu einem Solokonzert am
Baltimore Art Center und einem Auftritt mit Orchester unter der Leitung von Leon
Fleisher berechtigte. Ich erinnere mich gut an seinen Soloauftritt vor ein paar
Jahren, nicht nur wegen der Wärme und Farbe seiner Interpretation von
Mussorgskis Bilder einer Ausstellung, sondern auch an die Tatsache, dass
nach der Hälfte des Auftritts die Konzerthalle auf einmal pechschwarz wurde. Unbeeindruckt
meisterte Michael kühn die Situation, genau wie es die legendäre Myra Hess es
tat, als sie ihr Konzert trotz des Klangs von Sirenen während der deutschen
Luftangriffe auf London weiterspielte. Michael schloss
sein Studium bei Peabody mit einem Ph.D. in Musikaufführung ab. Seine
außergewöhnlich warme und großherzige Persönlichkeit lässt kein extravagantes
Ego zu – eine Tatsache, die ihm viel Freunde und Unterstützer eingebracht hat,
wo immer er auch hingeht.

 

Als Lang Ning über Wege nachdachte, bei ihren Freunden
das Interesse an ihren Konzertaufführungen zu wecken, kam sie auf die Idee, chinesische
Volksweisen in ihre Konzertaufführungen zu integrieren. Dies erlaubt es Michael
und Lang Ning, nicht nur ein junges Publikum anzusprechen, sondern auch große neue
Hörerschaften zu erreichen, wie Torontos chinesische Einwohnerschaft. Lang
Nings Konzept spricht klar die sich ständig vergrößernden unternehmerischen
Instinkte junger Musiker an.

 

Torontos Chinesische Einwohnerschaft (nach Vancouver die
größte) hat eine anwachsende Zahl von Musikenthusiasten unter sich, die eine
Vielzahl von Konzertabenden und Auftritten besuchen. Ihre energische Unterstützung junger Talente ist etwas, auf das man rechnen kann und hat zu einer besonderen Wertschätzung für klassische Musik beigetragen. Seit dem phänomenalen Erfolg von Lang Lang sind Künstler mit asiatischem Hintergrund in anwachsender Zahl Teil des internationalen Musikzirkels geworden und präsentieren mehr und mehr weibliche Talente und werben so für das neugefundene Gefallen und die künstlerische Dynamik der jungen asiatischen Auftrittskünstlerin.

 

Bereits während der letzten Jahrzehnte ist an
amerikanischen und kanadischen Musikschulen und Konservatorien die Zahl der
Studenten mit einem asiatischen Hintergrund ständig angestiegen, mit
hochtalentierten Musikern, die nun mit dem westlichen Kanon aufwachsen und einen
interessanten Zulauf asiatischer Kultur bieten.
Besonders an den international bekannten Institutionen wie ‘Glenn Gould School’
in Toronto oder der ‘Juilliard School’ in New York war es einer jungen
Generation von Musikern, Instrumentalisten und Komponisten möglich, sich auf
der lokalen und internationalen klassischen Musikszenen zu etablieren. (Siehe
mein Artikel über den jungen Komponisten Huang Ruo http://english.getclassical.org/2010/05/16/180/)

Die Pianistin Lang Ning Liu begann ihr Studium am
Zentralen Musikkonservatorium in Peking und hatte im Alter von 10 Jahren ihr
Orchesterdebüt mit dem ‘Beijing Philharmonic Orchestra’. Im Alter von 17 Jahren
besuchte sie das ‘Glenn Gould Institute’ in Toronto und studierte dann bei
Juilliard von 2003 bis 2008 in New York bevor sie mit einem ‘Master’-Abschluss
in Klavieraufführung nach Toronto zurückkehrte. Sie ist nun dabei, eine
internationale Auftrittskarriere aufzubauen und fand in der internationalen
Presse sehr positive Resonanz. In diesem Monat war sie die vom ‘Toronto Concert
Orchestra’ herausgestellte Solistin, als sie mit Tschaikowskis Klavierkonzert
No.1 unter der Leitung Kerry Stratton am ‘Toronto Arts Centre’ auftrat.

Die junge Pianistin ist nicht nur für ihre unbeugsame
Technik und ihr musikalisches Können bekannt bekannt, sondern auch für ihr
Engagement für in klassischer Musik angelegter Programme, die sich an ein breiteres
Publikum wenden. Sie ist Gründerin und künstlerische Leiterin der ‘Toronto
International Piano Competition’ und der ‘CCC National Canadian Piano
Competitions’ und dient als Jugendbotschafterin für das chinesische Kulturzentrum
des Großraums Toronto. Für eines ihrer jüngsten Musikprojekte stellte sie
erneut die Verbindung zu ihrem Julliard Mit-Absolventen und Pianisten Michael
Berkovsky her, der nun ebenfalls in Toronto lebt. Was als einzelner Auftritt begann,
bei dem Astor Piazzola Tangos gespielt wurden – einer Lieblingssache Berkovskys
– wurde zu einem erfolgreichen ‘Joint Venture’, benannt nach der Institution,
die beide Pianisten verbindet: The Juilliard Duo.

Bei Juilliard studierten Michael und Lang Ning Liu bei Julian
Martin. Obwohl Lang Ning etwas eher begann, wurde die musikalische Entwicklung
beider Pianisten sehr von dieser gemeinsamen Erfahrung geprägt.

Ihr neues Projekt beinhaltet die Niederschrift chinesischen Liedgutes, dem die Leidenschaft der
beiden Julliard Absolventen gilt. “100 Vögel begrüßen den Phönix” von Wang
Jian Zhong, für zwei Klaviere von dem The Juilliard Duo, transkribiert, besteht
derzeit als ein bezaubernder Clip, aufgeführt von Michael Berkovsky und Lang
Ning Liu. http://www.youtube.com/watch?v=dDN5TSfPq0E&feature=share

“Alles geht dabei darum, sich an ein anderes Publikum zu
wenden und unsere eigene schöpferische Begabung dabei einzubeziehen” meint Michael
in Toronto, als er mir von dem alten Volksmärchen über
den Phönix erzählt, auf dem “100 Vögel begrüßen
den Phönix” beruht: Der Phönix war ein einfacher Vogel, hart arbeitend und
ehrlich. Er sparte Nahrungsmittel zusammen, anders als die anderen bunteren
Vögel, die sich nicht sorgten und nicht daran dachten, sich auf härtere Zeiten
vorzubereiten. Als Zeiten der Hungersnot anbrachen und Vögel verhungerten,
teilte der Phönix die zusammengesparte Nahrung. Dafür sehr dankbar, gaben sie
jeder eine Feder und so wurde der einfache Vogel zum farbenfrohsten von allen
…die ‘einer für alle und alle für einen’ Ideologie kommt einem dabei in den
Sinn.”

 

Michael ließ sich gerne in Toronto nieder und zum erstenberkovsky1 In Toronto trifft Ost auf West – Julliard Piano Duo Lang Ning Liu und Michael Berkovsky

Mal, seitdem seine Familie aus ihrer Russland nach Israel zog und [er] dann weiter in die USA für seinen Masterabschluss
bei Julliard und sein Doktortitel bei Peabody in Baltimore, empfindet Michael, dass er für sich ein Zuhause schafft. Obwohl
er international als Solist aufgetreten ist, mag er auch sehr die Idee, mit
einem anderen Pianisten zu spielen: “Die Energie ist eine andere, als spiele
man Kammermusik und es gibt eine großartige
Kommunikation zwischen zwei Pianisten …ein großartiger Energiefluss und
gegenseitiges Verständnis und es ist auch nicht so einsam, als spiele man ein
Solorepertoire.”

Momentan sind Lang Ning Liu und Michael dabei, den
“gelben Fluss” zu arrangieren, eine Komposition, die auf der Kantate des
chinesischen Komponisten Xian Xiang aus dem Jahre 1939 beruht. Seit ihrer
politisierten Premiere während der Kulturrevolution im Jahre 1969 erfreut sich
das Concerto in China und bei chinesischen Nationalisten in Übersee großer Beliebtheit.
Es ist als ein schwieriges Solostück bekannt. Berkovsky und Liu werden eine
zweite Klavierversion neu erschaffen. Dieser Tage
arbeiten Michael und Lang Ning daran, eine Konzerttournee vorzubereiten, die
sie in fünf chinesische Städte bringen wird, um im kommenden Sommer diese Werke
vorzustellen.

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Alexander Schimpf photography Balazs Borocz Pilvax Studio1 Gleicht eine hohe Platzierung in Wettbewerben einem auf “Nummer sicher gehen”?

Alexander Schimpf Photo: Balazs Borocz Pilvax Studio

Der Klavierabend in Carnegies Zankel Hall am 5. Dezember war Teil des ersten Mixon Preises, der
dem Gewinner des diesjährigen Cleveland Wettbewerbs, dem sympathischen deutschen
Pianisten Alexander Schimpf, verliehen wurde. Im Alter von 29 Jahren war er
unter den Reiferen in der Runde von 28 Wettbewerbsteilnehmern.
Seine Repertoireauswahl, Beethovens Piano Konzert Nr.4, das einzige sich im Angebot
findende klassische Stück, mag dabei geholfen
haben, die Jury zu beeindrucken.

Es half ihm sicherlich dabei, mit den anderen drei Mitstreitern in der letzten Runde in Cleveland zu konkurrieren und brachte ihm den ersehnten Vorschuss bei den
Juroren wie auch hohes Lob bei den Kritikern ein.

In der Zankel Hall reichte Schimpfs genereller Ton von lobenswert bis schön, zeitweise in feiner,
filigraner Ausführung. Er meisterte sein vollständig deutsches Repertoire mit
all seinen Nuancen, von dem Insichgekehrtem bis zum Andächtigen, mit
verlässlichem Zutagetreten der inneren Stimmen.

Es war bei den ausdrucksvolleren Passagen, die eine größere dynamische Bandbreite erfordern,
wo es Schimpf an Klangqualität und Kraft fehlte.
Indem er es unterließ Momentum aufzubauen, als er sich dem Crescendo annäherte,
klang seine Darbringung entweder harsch, weil er zu plötzlich am Höhepunkt angelangte oder nicht kraftvoll
genug. Der ein wenig monotone Charakter seiner Programmauswahl half ihm dabei
nicht. Ich hätte ihn gern gefragt, ob es das Klavier gewesen sei, das es ihm schwer machte oder die Akustik des Konzertsaals, die ihm eine falsche Vorstellung davon vermittelte, wie seine Aufführung vom Publikum im Saal wahrgenommen wurde. Es erschien mir
fast so, als wolle er vielleicht einen Lehrer nicht enttäuschen, der ihn einst
dafür gerügt haben mag, zu laut und hämmernd in die Tasten zu greifen.

Seine ‘lauteren’ Passagen hätten voller sein müssen, freier und mit mehr Charisma gespielt
werden müssen – er schien sich zurückzunehmen –
vielleicht um auf “Nummer sicher zu gehen”?

Selbst im zeitgenössischen Stück “…und schon erglüht” das vom jungen deutschen Komponisten Adrian Sieber für ihn geschrieben
wurde, und auch dessen“Fantasie II”,  schien
relativ wenig Aufbau der Dynamik zu sein. Zwar nicht total im Widerspruch mit den abrupten Modi des Stückes stehend, stellte dies
hingegen bei Schuberts Sonate in B Dur, D.960 ein fast unentschuldbares Zurückhalten dar, die ansonsten hätte recht verfeinert sein können.

Da der emotional ernste und sensible Umgang mit dem Klavier bei Herrn Schimpf
recht offensichtlich ist, besonders bei Bachs Englischen Suite Nr.3 und der glückseligen Bach – Zugabe, mag man sich
wundern, ob bestimmte Qualitäten, wie das ‘Auf Nummer Sicher Spielen’, bei
Wettbewerben generell unterstützt werden und bei den stressvollen Runden zur
Anwendung zu kommen. Gibt es etwa eine fehlverstandene Angst, nicht zu virtuos
zu klingen?

Man mag sich fragen, ob das Spielen und Gewinnen von Wettbewerben seinen ganz eigenen
Maßstäben folgt, welche scih ganz sicher von denen unterscheiden, die dann zur Anwendung
kommen, soll ein Publikum in Bann gezogen werden. Und was muss eine Jury hören,
wenn sie Wettbewerbsteilnehmer beurteilt, also etwas, was im Gegensatz zu einem
Konzert steht, das die Aufmerksamkeit des Publikums fesselt? Aber warum sollte sich das voneinander unterscheiden, wenn
es der letztendlichste Grund eines Pianisten ist, die Strapaze eines Wettbewerbs auf sich zu nehmen, um eine gute Reputation aufzubauen und die Aufmerksamkeit von Kritikern und der Öffentlichkeit auf sich zu ziehen, was wiederum zu neuen
Auftrittsgelegenheiten führt.

Es mag viele unterschiedliche Antworten auf diese Frage geben, die zum großen Teil davon
abhängig sind, wer seinen Standpunkt äußert. Es gibt auch Künstler, die sich weigern bei Wettbewerben zu spielen, trotz der Gelegenheiten, die diese an Sichtbarkeit darstellen mögen.

Was Herrn Schimpf betrifft, hat das Gewinnen einer der wichtigsten Wettbewerbe ihn in die Zankel
Hall gebracht, aber es wird ihm auch die Gelegenheit geben, weltweit 50
Konzerte zu spielen.Weitere Informationen zu Schimpf
findet man hier: http://www.alexander-schimpf.de/main_en.html

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n522180159 3829136 1233matan 300x225 Pianist Matan Porat findet in Berlin neue PerspektivenAlle guten Dinge sind drei, aber diesen Sommer zum vierten Mal – bei “dem begehrtesten Rückzugssort der klassischen Welt,” wie Alex Ross es nennt, dem Marlboro Music Festival eingeladen zu werden, erfordert schon ein außergewöhnliches Talent.

Und Talent hat der junge, in Israel geborene Komponist/Pianist Matan Porat reichlich. Was für Porat vor drei Jahren bei Marlboro als ein vierhändiges Klavierkunststück mit dem Pianististen Alain Planes begann, setzte sich fort selbst als er damit beschäftigt war, sich mit Franck Krawczyk in den Piano Begleitungen für die innovative abgespeckte “Zauberflöte” Debüt Produktion am Lincoln Centers des berühmten britischen Direktors Peter Brook abzuwechseln.

Diese Produktion wurde zuerst im letzten Jahr am ‘Théâtre des Bouffes du Nord’ in Paris vorgestellt, das der der Avant-garde zugeneigten britische Regisseur Brook 1974 teilweise wegen dessen Bauschutt Anziehungskraft übernommen hatte. Planes selbst stieg in der letzten Minute aus der minimierten Pariser Produktion aus, was Porat, der eine Schwäche für ungewöhnliche Projekte hat, gerade recht passte.

Ich traf Porat das erstemal diesen Sommer, als er eine Piano Begleitung zu Buster Keatons Stummfilm “Der General” improvisierte, die bei der ‘Downtown Parkside Lounge’ arrangiert wurde. Diese Idee war in Wirklichkeit von Richard Goode inspiriert worden, als, während eines der Marlboro Sommer, Porat mit brillianten Improvisationen am Piano während der Vorführung des Films “Metropolis” unterhielt.

 

Porat bei Marlboro 2009marlboro 2009 300x199 Pianist Matan Porat findet in Berlin neue Perspektiven

Porats Karriere als Pianist begann auf ungewöhnliche Weise, da er erst mit formalem Klavierunterricht begann, als er an der Universität Tel- Aviv eingeschrieben war. Hier begann er Komposition zu studieren. Mit seinem ersten Lehrer Emanuel Krasovsky konzentrierte er sich so sehr spaet auf das Klavier und beschreibt ihn als jemanden, der großen Einfluss auf ihn hatte. Er begann auch im Jahre 2002 an Workshops für Daniel Barenboims berühmtes ‘West-Östliches Divan Orchester’ in Spanien teilzunehmen, als er in Kammermusikgruppen spielte. Nach einem Bachelor–Abschluss traf er bei einer Meisterklasse in Paris die portugiesische Star- Pianistin Maria João Pires, die Porat einlud, als persönlicher Schüler ihr zu ihrem Bauerhof in Belgais in Portugal zu folgen. Dies war, meint er, eine intensive Zeit künstlerischen Ausstausches, als er für mehrstündigen Unterricht spielte, Auftrittskünstlern der Weltklasse, die für ihn spielten, zuhörte und bei vierhändigen Spielsessions interagierte. Die Erfahrung war eine ganz besonderer Natur.

“Es gab auch einen Kinderchor für den ich komponierte. Es war eine einzigartige Ansammlung von Persönlichkeiten und wirklich eine Erfahrung,” erinnert sich Porat und fährt fort zu erklären, wie er nach diesem Jahr für eine ganz andere Erfahrung bereit war, sprich für sein zweijähriges Studium für einen Magisterabschluss bei Julliard unter Joseph Kalichstein. Seine Sommer in New York verbrachte er bei Marlboro, woran er sich gern erinnert, wie auch bei anderen bekannten Festivals wie Verbier und Ravinia. Mit Referenzen ausgestattet, hatte er die Gelegenheit, für Murray Periaha in New York aufzutreten – es handelte sich um Schumans Davidsbündler Tänze, die Perahia, der zu der Zeit sehr an den Auswirkungen einer Handverletzung litt, überzeugten, den talentierten Porat im Jahre 2006 einzuladen bei ihm in London , sein Studium fortzusetzen. Zur selben Zeit setzte Porat sein Kompositionsstudium dort mit George Benjamin fort.

 

Matan Porat180691 10150418562145160 522180159 17438906 4445220 n 300x300 Pianist Matan Porat findet in Berlin neue Perspektiven

Seine größte Anstrengung scheint die Frage zu sein, wie am besten seine Zeit zwischen beiden seiner Leidenschaften aufzuteilen sei: Komponieren und Auftreten. Er spielt viel Solo Piano wie auch Kammermusik und nimmt, wie er meint, wenigstens eine Handvoll von Auftragsarbeiten an, ohne zu sehr darum bemüht zu sein.

Aber eine Sache ist klar: sowohl das Auftreten als auch das Komponieren sind für Porat unabdingbar.

“Normalerweise mag ich nicht meine eigenen Werke darbieten,” meint Porat, der in einer kreativen Weise über die Probeerfahrungen nachdenkt – abseits von einem traditionalistischen Konzertrahmen.

“Das Konzert sollte eine Erfahrung sein, auf der der Auftretende sein Publikum mit auf eine wirkliche Reise nehmen kann. Es gibt keine Notwendigkeit, den Auftritt durch die Erwartungen des Programms einzuzwängen. Ich schätze die Freude und Spontanität, die möglich wird, wenn das Publikum dem Auftrittskünstler vertraut und – ähnlich einer Situation während eines Rockkonzertes – folgt.

“Das Programm sollte sich durch das Moment des Auftrittes aufbauen, nicht durch einen Programmplan. Zum Beispiel: Während meiner nächsten Saison in Montreal werde ich mit einer Scarlatti Sonata beginnen und Variationen von dieser schaffen, indem ich ähnliche Stücke von anderen Komponisten von Couperin bis Boulez spielen werde, was ein Spektrum an Möglichkeiten schafft. Dies geschieht, indem man Scarlatti und jedes der fortschreitenden Stücke auf Motive oder Kennzeichen bezieht, anstatt zu versuchen, eine stilistische Einheit zu erzeugen. “

 

Der immer originelle Porat2008 skit night marlboro 300x199 Pianist Matan Porat findet in Berlin neue Perspektiven

Jede paar Monate gefällt es Porat, seine Familie und Freunde in Israel zu besuchen und oft verbindet er seinen Aufenthalt mit Gelegenheiten zur Komposition oder zu einem Auftritt. Im Jahre 2007 schuf er ein Operettenprojekt für die Universität Tel-Aviv, das auf “Animal Farm” basierte und [nun] denkt über eine andere Opernproduktion nach, die er im Kopf hat, aber momentan nicht näher ausfführen möchte.

Im achten Jahr wird er am ‘Jerusalem International Chamber Music Festival’ unter der Leitung von Elena Bashkirova, der zweiten Frau von Barenboim, teilnehmen. Porat hatte viele Gelegenheiten mit Barenboim zu arbeiten und beschreibt ihn als einen der inspirierendsten musikalischen Persönlichkeiten in seinem recht weiten Spektrum von Einflüssen.

Bashkirova, eine bekannte, international auftretende Pianistin, hat soeben zwei Stücke von Porat “Night Horses” und “New Requiem” für ihr jüngst gegründetes Berlin Metropolis Ensemble in Auftrag gegeben.

 

Matan (skizziert von Roman Rabinowich, Freund und Pianist)matan by roman rabinovich 298x300 Pianist Matan Porat findet in Berlin neue Perspektiven

Berlin ist zu einer idealen Umgebung für Porat geworden, der, die kreative Vitalität dieser Metropole genießt. Er vergleicht Berlin mit der aufregenden, lebendigen und künstlerischen Atmosphäre von Paris während der Zwanziger Jahre oder London in den Sechziger Jahren und dennoch hat Berlin seine anheimelnden nicht überheblichen Eigenheiten – wie im Falle von New York oder London – bewahrt. Es ist ein Bonus, dass die Stadt viele Künstler mit wie auch ohne Talent anzieht und dennoch noch bezahlbar ist.

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Vielleicht nicht ganz dem Geiste des amerikanischen Unabhängigkeitstages am 4. Juli entsprechend entschied ich mich mich dazu, einen Teil des Wochenendes um diesen Feiertag in Brooklyn bei ‘Barge Music’ in Begleitung zweier meiner deutschen Freunde zu verbringen: Beethoven und Schubert. An diesem Wochenende war die kleine Barkasse bis auf den letzten Platz besetzt und schaukelte leicht im Wasser gegenüber einem sehr nahen aber dennoch scheinbar fernen Zeichen der Zivilization: den Wolkenkratzern von Manhattan.

PF PORTRAIT MG 0149 blog 225x300  Der Pianist Philip Edward Fisher – pendelnd zwischen den Kontinenten
Philip Edward Fisher

Das Programm wurde von Steven Beck und Philip Edward Fisher, den zwei äuberst kompetenten Pianisten gespielt, die mit akrobatischer Finesse ihre jeweiligen Teile auf dem gemeinsamen Klavierflügel aushandelten. Beethovens Große Fuge in B-Dur entpuppte sich als ein besonders abenteuerliches Unternehmen, als das Publikum mit grober Begeisterung das miterleben konnte, was der Komponist im Sinn gehabt haben musste, als er die Aufgabe eines ganzen Streichorchesters auf [die] zwei Pianisten an einem Instrument übergab. Nachdem sie das Konzert mit einer Zugabe der leichteren und eher aufbauenden Schubert Militärmärsche Op.51 in D-Dur beschlossen hatten, erkärte Fisher anteilnehmend: ”Wir hätten sie nicht nach dieser emotional auslaugenden Tönen nach Hause gehen lassen können.” Der Geist des 4. Juli wurde wiederbelebt und entließ die Leute in die warme abendliche Brise.

Die Pianisten, beide von ihnen ehemalige Juilliard Absolventen, kamen wieder für diesen Barkassenaufritt zusammen. Ich hatte die Gelegenheit mit Fisher zu sprechen, der seine Zeit zwischen seiner Heimat England und New York aufteilt. Wir diskutierten die Unterschiede englischer Musikausbildung und Geschäftspraktiken im Vergleich zu ihrem amerikanischen Pendant.  Es gibt sicherlich subtile Unterschiede wie mir Philip gleich im Anschluss an das Konzert bei ein paar Drinks und am nächsten Tag mitteilte, bevor der vielseitige und zugängliche Künstler zu einem Auftritt nach Grobbritannien zurück musste .

PF PAGE MG 0144 blog 300x225  Der Pianist Philip Edward Fisher – pendelnd zwischen den Kontinenten
Barge Music Performance

Fisher erzählte mir, wie er im Alter von neun Jahren nach einem relativ späten Start zum Klavier gefunden hatte, sich dann aber Hals über Kopf diesem verschrieb, mit seinem ersten öffentlichen Aufrtitt nur ein Jahr später und dann wieder im Alter von zwölf Jahren, als er das Zweite Concerto von Schostakowitsch in der ‘Symphony Hall’ seiner Heimatststadt Birmingham gab.

Der junge Engländer begann seine musikalische Ausbildung unter dem Pianisten und Komponisten Philip Martin und wurde an der ‘Purcell School’ aufgemommen, da er Empfänger eines John Ogden Erinnerungs-Stipendiums (1993) war, welches es ihm erlaubte, seine Studien im Privatstudio von Professor Christopher Elton, dem Direktor für Keyboard an der ‘Royal Academy of Music’ in London fortzusetzen. Im Jahre 2001 bekam er ein Stipendium vom renommierten ‘Julius Isserlis Scholarship fund’, das ihm von der ‘Royal Philharmonic Society of London’ verliehen wurde, [und] welches Fisher, der immer an einem beitgefächerten Ansatz musikalischer Instruktion interessiert war, als einen sehr verdienstvollen jungen Künstler etablierte, dem es gelang, über seine Entwicklungsjahre hinweg inspirierende Pädagogen zu finden. Immer begierig etwas weiterzuerkunden, hatte Fisher ein Studium auf der anderen Seite des Teiches im Versier, wo er [schließlich] den Master-Abschluss nach einem Studium bei Joseph Kalichstein und Jerome Lowenthal erhielt.

Trifft man Fisher, der in zwei unterschiedlichen Zentren der Musikpädagogie gut aufgezogen wurde, so kommt einem sofort ein gewisses internationales Flair und eine gewisse internationle Anziehungskraft entgegen. Aus meiner Sicht geben ihm die besonderen unterschiedlichen kulturellen Einflüsse, die von seiner Persönlichkeit aufgenommen wurden, eine künstlerische Individualität, die ich vielleicht als eine beschreiben würde, die das beste beider Welten darstellt. Entgegen dem, wie man annnehmen sollte, lässt er verlauten, dass es bei Julliard war, wo er sich (in einer altmodischen Art und Weise) disziplinierter fühlte, als während seiner gesamten Studien in der alten Welt. Und es war durch seine neugefundenen New Yorker Kontakte im Musikgeschäft, dass es ihm gelang, seine beginnende Karriere als Aufnahmekünstler zu initiieren, obwohl er [auch] auf seine Verbindungen und Erfahrungen in der alten Welt zurückgreifen konnte.

Wonach jeder Künstler auf dem heutigen Markt, auf dem sich zuviele talentierte und gutausgebildete Musiker tummeln, Ausschau hält, brachte Fisher irgendwie in seiner Pendleraktentasche mit. Und dennoch, während er auf der Bühne wie auch in einer Konversation Sellbstvertrauen austrahlt, gibt es nichts Arrogantes oder Hochmütiges an ihm. In London würde man ihn am liebsten zu sich nach Hause zum Tee einladen. Da ich in New York lebe, brachte ich ihn zum Brunch mit nach Hause.

Als er sich in meinem Wohnzimmer hinsetzte, um eine wunderschön wiedergegebene Chopin Etüde (Op.25, Nr.1) wie auch eine glanzvolle Momentaufnahmen-Sampler von seiner zuletzt herausgegebenen CD für Chandos, The Mighty Handful, darzubieten, wurde mir klar: Dies ist wirklich eine vielseitige Pianostimme, nicht nur dank seiner Fähigkeit, ein breitgefächertes Repertoire auszudrücken, sondern durch seine Sensibilität, seine eigenen kulturellen und emotionalen Horizonte zu entdecken und auszuweiten.IMG 0158 Philip playing 16B blog 300x234  Der Pianist Philip Edward Fisher – pendelnd zwischen den Kontinenten

Teil dieses Prozesses mag sich aus seinen emotionalen Erfahrungen entwickelt haben, die seine Entscheidungen hinsichtlich seiner beruflichen Laufbahn und persönlichen Beziehungen umgaben.

Als wir über seine Erfahrungen dieser letzten Jahre sprachen, berichtete er von seiner ersten Aufnahme der Händel ‘Keyboard Suites’ auf dem Naxos Label, welche als ein erster Teil im März 2010 bei großer Resonanz seitens der Kritik herausgegeben wurden und eine aufregende Erfahrung für Fisher darstellte. Naxos bot ihm die Chance, seine Meisteraufnahme zu machen, [und] sobald sie erstellt war, weiteres Marketing in die Hand zu nehmen, was Fisher zu den berühmten Abbey Road Studios führte, dem aufregenden Ort, den einst die Beatles für ihre eigenen Aufnahmen genutzt hatten. Fisher gelang es, einfallsreich bei der Sicherstellung von Geldmitteln vom Birmingham ‘City Council’ zu sein und engagierte den Produzenten, Ingenieur und Herausgeber Jonathan Allen von den Abbey Road Studios in London, um im August 2008 in der ‘Symphony Hall’ von Fishers Heimatststadt Birmingham die Aufnahme zu machen, dem Veranstaltungsort, an dem er bereits sein Auftrittsdebut mit Orchester hatte. Nachdem er es innerhalb der ersten Woche seit der Herausgabe in die ‘US Classical Billboard’ Charts schaffte, ist es nun der Plan, einen zweiten Teil von Händels Tasteninstrument Werken, die bereits aufgenommen sind, zu Anfang des nächsten Jahres 2012 folgen zu lassen. Für weitere Information zu dieser Aufnahme siehe ebenfalls ein tiefergehendes Interview mit Sean Hickey auf der Naxos Website:      http://www.naxos.com/news/default.asp?op=790&displayMenu=Naxos_News&type=2#

Ich habe das Gefühl, dass es sich hier um einen Künstler handelt, der wirklich den Prozess eines Interviews geniebt: Fisher meint: “Genauso wie ich ich auftreten mag, erleichtert es mich, einige meiner Gedanken über das Klavierspielen mitzuteilen. Es ist eine Befreiung von der Begrenzung, in der man sich oft als Musiker wiederfindet, wenn man als Vorbereitung auf seine Konzertprogramme stundenlang übt.”

Fisher zeigt im Hinblick auf all seine Unternehmungen auberordentlichen persönlichen Elan und das wird auch bei seiner jüngsten Aufnahme The Mighty Handful deutlich. Die Aufnahme von Piano Werken von einer Gruppe russischer auf Komponisten, wurde im Juni auf dem Chandos Label veröffentlicht, wobei deren interessantes Werk und Einfluss auf die bekannteren “Schwergewichte” der russischen Schule unter den fähigen Händen von Fisher hervorgehoben wird. Ihm gelingt die inspirierendste musikalische Darstellung, die er angemessen mit seinen Beiheft begleitet, und erklärt er sein emotionales Unternehmen, diese Werke mit einem frischen und individuellen Ansatz zu erkunden zu wollen. Obgleich wohlverdiente Anerkennungen als Album der Woche von John Suchets Classic FM hereinkommen, glaube ich aber, dass es Fishers Auftritte wie seine jüngste Darbietung für das Chandos Label (als Label des Jahres benannt) im April 2011 bei den ‘International Classical Music Awards’ sind, die ihm die Öffentlichkeit bringen, die er verdient.

Diese herausragende Preisverleihung, die in der ‘Tampere Hall’ in Finnland abgehalten und von 1600 Leuten besucht wurde, umfasste Musiker und Repräsentanten der Labels aus der ganzen Welt, brachte den jungen Fisher mit Prokofjews erstem Piano Concerto [und] mit Hannu Lintu als Dirigenten auf die Bühne. Zur illustren Gesellschaft der Preisempfänger gehörten Esa Pekka-Salonen als Künstler des Jahres, Menahem Pressler als Gewinner für die Auszeichnung des Lebenswerkes und David Kadoush als der junge Künstler des Jahres.

Wie der international bekannte Stephen Hough und Mentor von Fisher von sich aus den Kommentar gab:   “Philip Edward Fisher ist ein Pianist mit all den Qualititäten der Technik und des musikalischen Könnens, die [auch] andere haben, aber mit dem Zusatz einer undefinierbaren Zutat, die den Zuhörer in Bann zieht und gefangen hält. Er hat etwas Einzigartiges zu sagen und die Möglichkeiten, es am Klavier mit Intelligenz und Wärme mitzuteilen.”

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Spricht man mit der begabten jungen Pianistin über ihre Mitwirkung auf dem Gebiet der Darbietung neuer Musik, ist es leicht, vom ansteckenden Enthusiasmus der klassisch ausgebildeten Absolventin von Julliard und der ‘Manhattan School of Music’ hingerissen zu sein und von ihren persönlichen Erkenntnissen eingenommen zu werden. Was ein neues Musik Repertoire angeht, hat sie während der letzten zwei Jahre als die Klavier-/Keyboard-Spielerin des neuen Music Ensembles ‘Bang on a Can All-Stars’ viel nachgeholt.

Das innovative Sextett besteht aus Klarinette,Keyboard/Piano, Cello, elektrischer Gitarre, Bass und Schlagzeug. Das einzigartige Zusammenspiel – das Cello und der Klavierflügel werden regelmäßig auf der Bühne verstärkt – schafft eine zusammengesetzte Klangwelt. Halb eine Rockband, halb verstärkte Kammermusikgruppe sind die ‘All Stars’ für ihre erfolgreiche Avantgarde Initiative bekannt, indem sie sich an neuen Musik-Kollaborationen mit einigen der anregensten Komponisten unserer Zeit beteiligen.

Nach einer Zusammenarbeit mit vielen auf der A-Liste Neuer Musik, einschließlich von Steve Reich, Tan Dun, Ornette Coleman, Philip Glass und Meredith Monk war die Band in einer Vielzahl von Auftrittsprojekten, die sowohl an Luxus- Veranstaltungsorten wie der Carnegie Hall als auch alternativen, manchmal öffentlichen Auftrittsorten abgehalten wurden, unglaublich erfolgreich.

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In der Zeit ihres sechsjährigen Kampfes gegen Krebs hat er seiner geliebten Ehefrau Célia Cooke, mit der er dreißig Jahren verheiratet war, unterstützend zur Seite gestanden. Um den großen Schmerz über ihre Krankheit und dann am 30. März diesen Jahres ihren Verlust zu verkraften, schaut Pianist/Komponist Jed Distler bei einigen alten Freunden und in der Welt der Musik, in der er zuhause ist, nach Trost.

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