louis schwizgebel wang mugshot 250x300 Pianist Louis Schwizgebel–WangFoto: Christian Lutz.

Der junge und sympathische Louis
Schwizgebel-Wang wird schon seit geraumer Zeit nicht mehr als geheimer
Insidertipp betrachtet und falls doch, wird es sicherlich nicht mehr nach
seinem Konzert am 30. Januar in der ‘Merkin Hall’ der Fall sein.

Bereits im Jahre 2007 wurde der in
der Schweiz geborene Pianist dem Publikum in den USA vorgestellt, als er sein
Debüt in der Zankel Hall in New York und im Kennedy Center in Washington gab. Nach
Angaben der Washington Post zu dieser Zeit spielte
er mit einer “ ’powerhouse’ Technik, einer durchtriebenen Art von Humor, einer herrlich
ausdrucksvollen Phrasierung und wallender Leidenschaft und zeigt so auch eine
Sensibilität gegenüber feinen, aber wesentlichen Details des Anschlags und der
Klangfarbe.” Zuvor, im Jahre 2006, erhielt er den ersten Preis bei den ‘Young Concert Artists European Auditions’ an der Hochschule für
Musik Felix Mendelssohn-Bartholdy in Leipzig.

Wieder wird er von den Young Concert Artists auf den Markt
gebracht, einer Organisation, die sich zur Aufgabe gemacht hat, die Karriere
vieler großartiger Künstler zu fördern — einschließlich von Künstlern wie Jerome
Lowenthal, Jean-Yves Thibaudet, Richard Goode, Emanuel Ax und Jeremy Denk. Schwizgebels
bevorstehendes Zugabe-Konzert an der Merkin Hall
wird dem jungen Auftrittskünstler die Möglichkeit geben, das New Yorker
Publikum an den positiven Eindruck zu erinnern, den er in New York und
darüberhinaus hinterlassen hatte.

Schwizgebel-Wangs
andere Karrierehöhepunkte beinhalten eine China Tournee mit dem
Symphonierorchester Basel im Jahre 2004 und das Gewinnen des Internationalen
Klavierwettbewerbs in Kassel im Jahre 2005. Sein anhaltendes Gewinnen von
Preisen in Europa und den Vereinigten Staaten hat zu mehr großartigen
Konzertmöglichkeiten geführt, wie zum Beispiel seinem Auftritt als Solist mit dem
Wiener Symphonie Orchester unter der Leitung von Fabio Luisi und mit dem London
Philharmonic unter der Leitung von Carl Davis. Er hat jüngst auch ein
Solokonzert an Londons Wigmore Hall gespielt und diesen Sommer ist er beim Verbier
Festival aufgetreten, als die Kritikerin Ismene Brown meinte: “ Ich habe
am meisten genossen, was in frischer Blüte stand, genau die Art von Dingen, die Verbier ausmachen. In
einer abgetrennten, weißen modernen Kirche tauchte eines nachmittags ein 23-jähriger
Schweizer Pianist namens Louis Schwizgebel-Wang  auf,
der ein-einviertel Stunden Liszt mit exquisiten Klaviermärchen im Fluge vorüberziehen
ließ — von
den düsteren Fragen von Vallée d’Oberman bis
zu einigen atemberaubend virtuosen Spielen der Paganini Studien….

Als Musiker Karriere zu machen ist
ein langfristiger Willensakt, der, was das Hervorbringen von Musik betrifft, Intelligenz
und Neugierde voraussetzt, wie es von Terfel personifiziert wird. Im Moment hat
vielleicht der schöne und glamoröse Buniatishvili, im
geichen Alter wie Schwizgebel-Wang, einen großen Marketingvorteil, aber in
zwanzig Jahren, denke ich, dass, wie Kovacevich und Argerich, eher Schwizgebel-Wang
Meister seines Instruments ist, um oben
in den Bergen von Verbier die Ohren für die intimen
Geheimnisse großartiger Musik zu öffnen. Man versuche ihn zu erwischen, wenn er
diesen Herbst mit seinem Schweizer Landsmann, dem Celllisten Lionel Cottet, in Großbritannien
auftritt und ich wette, dass er nicht allzu ferner Zeit als Solist bei vielen vornehmen Adressen spielen.wird”

Seine Eltern — seine Mutter
Chinesin, sein Vater Schweizer — sind beide in Genf lebende bildende Künstler
und glaubten an ein wohlbehütetes Umfeld. Er begann im Alter von sechs Jahren
bei seinem Lehrer Franz Josefovski mit dem Unterricht. Als junges Talent am
Klavier  — im Alter von zwölf Jahren,
vertrat er die Schweiz beim neunten internationalen Steinway Festival in Hamburg  — besuchte er das Konservatorium in Lausanne,
aber nur, um Unterricht bei seiner Lehrerin Brigitte Mayern zu nehmen. Als er noch
zu Hause lebte, erhielt er im Alter von 15 Jahren ein Solistendiplom. Später
reiste er zum Unterricht an der Universität der Künste bei Pascal Devoyon in
Berlin an. Das ist der Grund dafür, dass er erst seitdem er in diesem Jahr nach
New York kam, um bei Juilliard bei Emanuel Ax und Robert McDonald zu studieren,
eine wahrhaftige “schulische Umgebung” erlebt, die er
in der Tat sehr mag.Louis Schwizgebel piano 04 237 Pianist Louis Schwizgebel–Wang

Er liebt es sich selbst herauszufordern
und ich war davon beeindruckt zu erfahren, dass er es mag, weiter Sachen zu erkunden. Selbst hinsichtlich
seiner bereits sehr gelobten Klaviertechnik mag er einen tieferen Einblick in
die Prinzipien gewinnen, die immer präsent sind, selbst wenn das nicht immer
offensichtlich sein sollte, trotz all der großartigen Ausbildung und des
musikalischen Talents.

Ich traf ihn vor kurzem zum
erstenmal, nach seiner Teilnahme beim Beethoven-Marathon, einer Live-Übertragung
aus dem ‘Greenspace‘ von WQXR [New Yorks öffentliches Radio für klassische
Musik] vom 20. November.Dieser Marathon war eine gemeinsame
Anstrengung einiger der talentiertesten – etablierter und aufstrebender –  Pianisten,
einschließlich von Künstlern wie Jonathan Bis,
Jeremy Denk, Alessio Bax und Phillip Edward Fisher.

“Ich musste meinen Horizont
erweitern …” meinte Schwizgebel-Wang, als ich ihn nach seinem brillianten
Spielen von Beethovens Opus 14, Nr. 1 und Opus 81a ansprach. Seine Teilnahme
bei der Übertragung aus dem ‘Green Space’ passierte ein
bisschen spontan und gab ihm eine begrenzte Zeitspanne von nur acht Tagen, beide Sonaten für
den Auftritt vorzubereiten.

“Ich entschied mich für ein
Studium in New York,” erklärte er, “da ich bereits über Kontakte verfügte, einige
Vorspieltermine gewonnen hatte und gemanagt wurde, was sich weiter fortsetzt.
Die Young Concert Artists waren sehr
hilfreich; sie stellten mich Emanuel Ax vor, der mich dann bei Juilliard als
seinen Studenten akzeptierte. Ebenso überzeugte mich auch Martin Engstroem, der
Organisator des Verbier Festivals, nach New York zu gehen. Zunächst war ich
2008/9 zu den Verbier Akademie-Meisterklassen gegangen und dann hatte mich Engstroem
in diesem Jahr dazu eingeladen, ein Konzert zu spielen. Ich hätte an Paris oder
London gedacht. Engstroem drängte mich weiter, nach New York.”

Und ihm gefällt es sehr. Er schätzt
sich glücklich, eine Wohnung nahe von Julliard
gefunden zu haben und er übt täglich in der Schule. “Zu Hause war ich immer ein
bisschen faul zum Üben, weil …nun ja, es handelt sich um zu Hause und es gab reichlich
Ablenkungen. Aber hier geht man an den Übungsräumen vorbei und dann bin ich motiviert;
alle anderen machen ja das Gleiche,” fährt der Pianist fort.

Er genießt den musikalischen Input
seiner beiden Lehrer Ax und McDonald. Sie reden nicht viel über Technik. Schwizgebel–Wang
gefällt es, ihren Vorschlägen zuzuhören, wie man mit unterschiedlichen Phrasierungen, musikalischen Strukturen und Interpretationen umgehen
solle. “Manchmal gibt es kleine Veränderungen im Detail, die die gesamte Idee
des Stücks verändern”, behauptet er und zieht für sich das meiste aus dem
einjährigen Prozess des Graduiertendiploms heraus, den er auf ein zweites Jahr verlängern
möchte.

Als wir über Technik sprechen, wird
Louis wirklich interessiert.

Es ist für jeden aufstrebenden Pianisten
faszinierend zu wissen, dass, wie enorm das Talent, wie gekonnt seine Auftritte
und wie aussichtsreich seine Karriere auch sein
mag, er konstante Unsicherheiten zugeben kann oder vielmehr ein ständiges
Infragestellen von Klaviertechnik als einem zuverlässliches Handwerk, um all
die wundervollen vielversprechenden künstlerischen Ideen zu schmieden. Wie erzeugt
man den vollen Klang, den er an bestimmter Stelle in der Musik möchte? Wie
bedient man die Tastatur, so dass der gewünschte Sound nicht zu harsch, aber laut genug sein wird?

Es gibt natürlich unterschiedliche
stilistische Weisen sich dem
Klavier zu nähern, zum Beispiel wenn man französische impressionistische Musik
spielt wie Ravels Gaspard de la Nuit,
das Louis für sein bevorstehendes Konzert in der Merkin Hall vorbereitet. “Irgendwas
an dem leichten Berühren der Tasten, der präzisen und klaren Genauigkeit, ist
für mich viel greifbarer und leichter instinktiv zu erfassen als, sagen wir,
Brahms oder Schubert,”meint er.

Also was ist es, worauf man sich
beim Üben konzentrieren muß, angesichts der Tatsache, dass man zwei Beethoven Sonaten in acht Tagen vorbereiten
kann?  “Ich bin nicht nach “Übungen”
verrückt.” Ich schaffe meine eigenen Übungen entsprechend eines jeden Stückes,
das ich spiele, und ich mag es, alles über die Musik zu erfahren, die ich
spiele. Und ich würde es im Allgemeinen sehr begrüßen, Technik
besser zu verstehen, was einem erlaubt, sich am Piano wohl zu fühlen. “

McDonald hat als sein Lehrer die Taubman Methode erwähnt und ich biete an, ihm Edna Golandsky
vorzustellen, die die renommierteste Spezialistin von Dorothy Taubmans Untersuchungen
von der natürlichen Klaviertechnik ist. (siehe meinen Artikel:  http://english.getclassical.org/2009/12/19/crafting-the-well-tempered-pianist-introducing-the-taubman-approach/)

Es ist faszinierend die Interaktion zu sehen, wenn großes Talent auf die
lebenslange Erfahrung eines Klavierlehrers trifft, wie Edna Golandsky, die
viele Pianisten willkommen geheißen hat und deren Horizonte sie erweiterte, als
sie ihren Rat suchten. Louis spielt einen Satz von Schuberts Sonate in a-Dur,
Haydns Sonate in c-Dur und etwas von Ravels Gaspard
De La Nuit
. Edna bewundert sein Talent und erkennt, dass er auf der Suche danach
ist, wie er die sich immer wieder verflüchtigende Qualität des Tons bekommt -
ohne Mühe und mit Zuverlässigkeit.

Es ist mir eine Ehre bei dieser
Arbeits-Sitzung dabei zu sein. “Woran denken Sie?” fragt sie ihn, nachdem er
für sie gespielt hat. Er erläutert, dass er nie wirklich komfortable Technik gehabt hat. “Ich war immer auf der Suche
und begann mit einem zu hohen Handgelenk und Spannung. Ich wollte schon zu jung
schwere Stücke spielen und musste einen Weg finden, um diese spielen zu können.
McDonald gab mir ein paar neue Ratschläge, denen entsprechend ich mich etwas besser fühlte, wie ich in die Tasten
lange, etwas diagonal und nicht ein ‘In-die- Tasten-greifen’, wie ich es zuvor
tat, aber ich bin noch immer auf der Suche …”

Edna hat eine andere Methode, die
die natürliche Ausrichtung von Unterarm, Händen und Fingern aufzeigt. Es gibt
keine Position, die kontinuierlich aufrechterhalten werden kann:”Das Einrollen
der Finger ist einer der größten Ursachen für Verspannungen, meint sie, aber
ein Schub nach vorn bringt Fingerbewegungen hervor, die genauso kontraproduktiv
sein können wie ein ‘In-die-Tasten-greifen’, das zur Folge hat, dass man vom
Klavier “fällt”. Manchmal kann der Wechsel einer Methode dabei helfen, dass man
sich besser fühlt. Aber die wirkliche Antwort besteht darin, dass man jegliche
Verspannung loswird.”

Edna fuhr fort Louis zu vermitteln, dass die Tiefe seines Klangs aus dem
Gewicht seines Unterarms komme, der ebenfalls die Seitwärtsbewegungen auf der
Tastatur bewältigt. Es gibt ein Gefühl von einer nach vorn gerichteten Balance,
im Gegensatz zu einem Nachhintenfallen. Sie erkannte, dass er sehr viel
Vorstellungskraft in seinem Spielen hat und die Veränderungen der Klangfarbe gut
hervorbringt, aber es einen tieferen Klang geben könne: Das kommt vom Unterarm,
durch eine mit der Drehbewegung einhergehenden bewussten Verlangsamung der
Geschwindigkeit an der Tastatur,” erklärt sie.

Louis hat sofort den Dreh. Edna
fragt ihn, “Wie ist es?“ “Angenehm,” bestätigt Louis und nickt dabei dankbar.

“Auf die Ausrichtung achtzugeben,
erlaubt einem, sich mehr verankert und unterstützt zu fühlen. Um die Klänge
hervorzubringen, besonders dann, wenn wir von einem weichen Klang reden, halten Leute die Arme hoch, ihre
Schultern und trauen sich nicht, einen zu großen Klang zu produzieren. Der
Klang ist nicht am Boden der Taste, sondern ein bisschen davor. Daher richtet man
sich nicht auf den Boden aus “ erklärt ihm Edna.

“Man hat mehr Kraft, wenn man
nicht der Taste etwas abzwingt, sondern freier, als ob man einen Ball wirft. Mit
dem Timing der Taste und der Kraft des Unterarms gibt es eine große Klangvielfalt und einen vorallem einen volleren. Man sollte nur
vorsichtig sein, nicht in den Gelenken, im Handgelenk und den Fingergelenke einzuknicken.
Dieses besondere, stabilisierende Verhältnis zu brechen, kann
schnell zu Verletzungen führen und, wenn das Handgelenk
absinkt, sind normalerweise die Schultern auch am nachziehen. Vielleicht sollte
das bei Ihnen die höhere Position des Handgelenks kompensieren. Wie auch immer,
wenn es richtig ist, versucht die Hand nicht etwas anderes zu tun, fühlt sich
wohl und es gibt keinen Unterschied, ob es ich dabei um ein Konzertaufftritt
oder eine Übung handelt.”

Schwizgebel-Wang ist von seinem
ersten Besuch begeistert und erzählt mir anschließend enthusiastisch: “Es hilft
wirklich! Ich hatte etwas komplizierteres erwartet, aber eigentlich ist es so
einfach und natürlich. Ich freue mich auf Übungen in dieser Richtung.“

Das Glück zu haben, aufgeschlossen
und nicht von einigen der Geister kritischer Gerüchte über die Taubman Methode
abgeschreckt zu sein, wird ihm Gelegenheit geben, Edna wieder zu besuchen sobald Fragen aufkommen. Aber für diejenigen, die nicht
in der Nähe von New York sind, gibt es zehn Bänder, welche die Prinzipien der
Methode vorstellen und über die Golandsky Website
zu beziehen sind. www.golandskyinstitute.org

Und vielleicht werden wir während
des bevorstehenden Konzertes in der ‘Mekin Hall’ einige der beeindruckenden
positive Ergebnisse von Louis neuer Art, Klänge mit seiner
Klavier-Technik zu produzieren, erleben. Wir hoffen, dass es für ihn ein
angenehmes, müheloses Erlebnis sein wird… wenn es ihm möglich ist, seine
wundervollen musikalischen Gedanken noch freier von Hand zu fertigen.

Seine Website ist: http://www.louisschwizgebelwang.com/

Schlagwörter: Louis Schwizgebel-Wang

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”Jemanden mit Etiketten zu versehen ist gefährlich. Jeder wird heute mit irgendwas diagnostiziert …eine Störung hiervon und eine Störung davon…und mit Medikamenten behandelt. Und überhaupt, was ist normal? Innerhalb des kreativen Prozesses eines jeden gibt es so etwas wie eine Art Manie, eine Energie, mit der man versucht etwas einzufangen, bevor es entkommt. Zwangläufig folgt danach der Absturz. Man muss damit leben, was man erreicht hat und sich regenerieren. Vielleicht gibt es nur wenige Tage zwischen den jeweiligen kreativen Schüben, aber jeder wahre Künstler muss sich von einem solch kreativen Input erholen. Und am Ende sehe ich es als 10 Prozent Inspiration und 90 Prozent Transpiration, selbst wenn man es kreativen Wahnsinn nennen will.”

Schlagwörter: Fred Hersch

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Am 1. Februar 2012 um 7.30 in der Weill Recital Hall der
Carnegie Hall

israeli1 Israeli Chamber Project

Gegründet im Jahre
2008 ist das Israeli Chamber Project (israelisches
Kammermusikprojekt) eine erstaunliche Gruppe junger, aber versierter, unternehmerischer
israelischer Musiker, die in den USA leben und  – neben ihrem individuellen musikalischen
Talent – eine Mission teilen, die sie verbindet. Wie es der
geschäftsführende Direktor der Gruppe und einer der beiden Pianisten, der
Mitbegründer Assaff Weisman ausdrückt:”Wir haben mehrere Schwerpunkte: Erstens
teilen wir alle die Leidenschaft, etwas unserem Heimatland Israel wiederzugeben.
Es gibt in Israel keinerlei Geldmittel für die Kunst; das Land kann es sich einfach nicht leisten. Deshalb
verlassen viele seiner talentiertesten jungen Leute das Land, – wie wir es
taten – um ihre Ausbildung voranzutreiben und Auftrittsmöglichkeiten zu
verbessern, die für eine internationale Karriere die Voraussetzung sind. Dieses
ist die Ursache für eine Abwanderung der
Ausgebildeten, sozusagen einen “brain drain,” was
das Land ohne gute Lehrer zurücklässt, die die nächste Generation begeistern könnten. Also wollen wir auf Tournee gehen und etwas an die
jüngere Generation weitergeben, indem wir
unterrichten und sie inspirieren. Zweitens, wenden wir uns mit unseren
Konzerten an die breite Öffentlichkeit in Israel, indem wir uns nicht nur auf
die typischen Kulturzentren konzentrieren,wie es mit unserer Konzertreihe in
Tel Aviv und Jerusalem geschieht, sondern, indem wir auch klassische Musik in
die Kibbutzim, in die Wüstengegenden im Negev und arabische Städte bringen. Wir
bieten diesen entlegeneren Gebieten klassische Musikkultur, wo wir die Musik
von traditionellen und zeitgenössischen Komponisten vorstellen möchten. Unsere Bildungstourneen beinhalten an Musikschulen vor Ort Meisterklassen
und auch Einzelunterricht am Instrument und enden typischerweise mit einem
Konzert, in das wir oft auch die Studenten des Tages miteinschließen. Dabei
handelt es sich nicht um eine einmalige Sache; wir kehren zurück und haben das
Privileg, am Fortschritt teilzuhaben. “Und,” fährt Weisman weiter fort, “wir
wenden uns natürlich an die amerikanische Öffentlichkeit, unserer neuen Heimat
und fördern eine auf Israel bezogene kulturelle Sensibilität. Wir sind alle israelische
Staatsbürger und unser gemeinsamer Hintergrund verbindet sehr. Leute haben mir schon
sehr oft gesagt, dass es ein besonderes Gefühl gibt, welches auf das Publikum wirkt.
Wir unterstützen die israelische Kunst, indem wir Werke von zeitgenössischen israelischen Komponisten in Auftrag geben,
unter ihnen Matan Porat, Jonathan Keren, Amit Gilutz und Gilad Cohen. Aber
natürlich haben wir ein breitangelegtes Repertoire, das wir spielen. Unsere
ehrliche Herangehensweise, die darauf beruht ohne etwas vorzutäuschen, ist bis
jetzt vom Publikum honoriert worden und unsere erste CD wird in dieser Saison
vom Azica-Label herausgegeben und von Naxos vertrieben.”

Die Gruppe, die aus
acht Kernmitgliedern besteht, umfasst ein Streichquartett, zwei Pianisten,
einen Harfenspieler und einen Klarinettisten. Bei ihrem Carnegie Hall Debüt werden
zwei bis sechs Musiker in sich variierendenden Kombinationen
spielen. Jeder der Musiker hat sich bereits in seinem Bereich einen Namen
gemacht. Assaff, ein ehemaliger Student des hervorragenden Herbert Stessin bei
Julliard (ebenfalls ein Lehrer von Jeremy Denk und Orly Shaham), der dabei
geholfen hatte, einige der erfolgreichsten Pianisten der jüngeren Generation
heranzuziehen, unterrichtet neben seiner ausgiebigen
Konzertarbeit mit dem Israeli Chamber Project und auch seiner Solo-Karriere als Konzertpianist selbst vier
Klassen an der Abendschule von Juilliard.

Vor seinem Studium in
New York studierte Weisman bei Professor Victor Derevianko
in Israel und wurde, wie alle Mitglieder des Israeli Chamber Project, mit Stipendien der
Amerika-Israel Kulturstiftung unterstützt. Viele der Künstler schauen auf ein
gemeinsames Heranwachsen in den Heimatstädten in Israel zurück. Andere haben
sich bei Juilliard getroffen.

Der Violinist Itamar
Zorman, das jüngste Mitglied der Gruppe meint:”Michal und Tibi nahmen mich mit
in den Übungsraum, erläuterten mir die Gruppe und ihre Ideen und ich sagte,
dass ich natürlich gerne mitmachen würde. Ich hatte zuvor schon als Trio mit
Michal, die eine ertaunliche Cellistin ist, und mit dem Pianisten Itamar Golan
gespielt. Mit Sivan, unserer Harfenspielerin hatte ich ebenfalls beim einem Festival
an der ‘Jersualem Academy’ im Jahre 2004 gespielt.“

Zorman ist der
Gewinner des internationalen Tschaikowsky Wettbewerbs in Rußland im Jahre 2011 und
wuchs in Tel Aviv auf, wo er Weisman begegnete. Besonders wurde er von zwei
anderen jungen israelischen Musikern inspiriert, die ihm mittels der Ilana
Feher Stiftung ungemein halfen. Die Violinisten Ittai Shapira und Hagai Shaham
waren nicht nur entscheidend dabei, ihm ein Stipendium zu gewähren, das ihm
eine Aufnahme und ein Debütkonzert ermöglichte, sie waren ebenso eine wahre Hilfe, indem sie ihm guten Rat gaben, was seine zukünftigen beruflichen Schritte anbelangte. Mit dem Israeli Chamber Project aufzutreten, “macht nicht nur Spaß, da ich es sehr mag, mit
dieser Gruppe von Leuten zu spielen,” sondern er glaubt auch an ihre Aufgabe,
die Gelegenheit für die Unterstützung, die er
erhielt, etwas zurückzugeben: “Der Grad an Ausbildung ist im Ganzen recht hoch
in Israel. Es gibt viele Lehrer der älteren Generation, die ihr Training in der
ehemaligen Sowjetunion erhalten haben und es gibt auch eine gutes Musik
Konzept. Es gibt einige große Studios und
einiges erstaunliches Talent. Aber ich versuche eine
neue Betrachtungsweise bekanntzumachen, die nicht ihre Werke behindert, sondern fördert. Neben
meiner Liebe für Schubert und Brahms bringe ich ebenso meine Vorliebe für
Gegenwartsmusik mit und finde im allgemeinen, dass
Israelis ein sehr aufgeschlossenes Publikum sind. Gleichzeitig genieße ich es, zeitgenössische
israelische Komponisten wie auch neue Musik überhaupt in Amerika aufzuführen. Es
mag sich um eine Generationsfrage handeln und
Symbolcharakter für den Rhythmus unserer Zeit. Natürlich gibt es etwas in der
modernen Musik, was das allgemeine menschliche Befinden genau wie in jeder
anderen Musik berührt, aber es gibt auch etwas
spezifisches in ihrer modernen Ausdrucksweise. Unsere Verantwortlichkeit als
Auftretende ist es, sie so meisterhaft zu präsentieren, wie wir es auch für die
klassischen Ikonen tun, obwohl ein Zuviel an Ehrerbietung manchmal dem einfachen
Befinden in gerade diesem Augenblick im Wege, eine andere Stärke von
zeitgenössischer Musik, welche nicht die Last
ihrer eigenen Geschichte mit sich herumträgt.”

Letzten Sommer trafen
sich Zorman und die Harfenspielerin Sivan Magen mit dem Komponisten Matan Porat,
als sie am
Marlboro Festival teilnahmen. “Wir spielten Matans Requiem,
ein äußerst wirksames Stück, besonders als wir es beim Festival um Mitternacht
spielten.” Diesen kommenden Sommer werden wir das Musikfestival in Verbier
besuchen, in der Hoffnung noch immer neue Horizonte zu aufzutun.

 

Programm am 1.
Februar 2012 um 7.30 in der Weill Recital Hall in der Carnegie Hall

Schostakowitsch, Trio für Klavier, Violine,
Cello in c-Moll,

Op.
8 Sebastian Currier, ‘Night Time’, für Harfe und Violine

Martinů Kammermusik Nr.1

Paul Ben Haim Drei Lieder ohne Worte
(arrangiert für Klarinette und Harfe)

Brahms Trio für Klarinette, Cello und Klavier
in a-Moll, Op. 114

 

Tibi Cziger, Klarinette

Sergey
Tarashansky, Viola

Assaff
Weisman, Klavier

Michal Korman, Cello

Itamar Zorman, Violine

Sivan Magen, Harfe

 

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