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NAXOS Deutschland Blog Beiträge

Kiev Virtuosi, Dmitry Yablonsky: Dmitri Shostakovich (arr. R. Barshai) – Chamber Symphony op. 73a · Symphony for Strings op. 110a

Machen wir uns nichts vor: Die wenigsten Bearbeitungen reichen an das Original heran. Etwas scheint (fast) immer verloren zu gehen, wenn man einen Teil der ursprünglichen Idee des Komponisten verändert. In seltenen Fällen gelingt es dem Bearbeiter, den Geist des Schöpfers zu erfassen und etwas Ebenbürtiges zu schaffen. In ganz seltenen Fällen entsteht etwas Neues, Kongeniales, das sowohl die eigentliche Handschrift des Komponisten transportiert als auch einen eigenen Gedanken des Bearbeiters. Diese seltenen Transkriptionen schließen dem Hörer wohlbekannte Werke neu auf, gewinnen ihnen Nuancen ab, die zuvor verborgen blieben.

Rudolf Barschais Bearbeitungen der Streichquartette Dmitri Schostakowitschs zu „Kammersinfonien“ sind solch seltene Glücksfälle kongenialer Transkriptionen. Sie vermitteln Schostakowitschs psychologische Introspektionen unversehrt (denn nichts anderes sind die Streichquartette), Barschais Bearbeitungen addieren aber noch eine weitere dramatische Ebene, die aus Schostakowitschs privaten Ansichten eine allgemein gültige, universelle Aussage hinzufügen. Sie „übersetzen“ dem Kammermusik-ungeübten Hörer Schostakowitschs Subtilität in eine geradezu überwältigende Klangsprache.
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Music Market Munich begeht 30-jähriges NAXOS-Firmenjubiläum 2017 mit besonderem Programm

München, 12.05.2017

Vom 15.-16.05.2017 wird in München zum 6. Mal in Folge der Music Market Munich stattfinden. Die zweitägige Veranstaltung wird von NAXOS ausgerichtet, dem weltgrößten Anbieter für klassische Musik auf Ton- und Bildträgern sowie im Streaming- und Downloadbereich. Weiterlesen Music Market Munich begeht 30-jähriges NAXOS-Firmenjubiläum 2017 mit besonderem Programm

André Dussollier · Isabelle Druet · Orchestre National de Lyon, Leonard Slatkin: Maurice Ravel – Orchestral Works · 5

Maurice Ravel, 1925, Von Unbekannt The image holder, the Bibliothèque nationale de France has not identified a photographer. (Follow link and click on "Detailed information".) - Bibliothèque nationale de France, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11402630Man mag es kaum für möglich halten, aber es gibt immer noch Werke eines so populären Komponisten wie Maurice Ravel (1875–1937), die selbst einem Kenner seines Œuvres unbekannt sind. Dabei ist die nun anhand der Orchesterpartitur und einer Klaviertranskription von Leonard Slatkin rekonstruierte Bühnenmusik zu „Antar“ so gelungen und originell, wie ihre Entstehungsgeschichte ungewöhnlich ist.

Im Jahre 1910 beauftragte das Pariser Théâtre de l’Odéon Ravel mit der Komposition einer Bühnenmusik für das Theaterstück „Antar“ nach einem Libretto des französischsprachigen libanesischen Schriftstellers Chekri Ganem. Die tragische Liebesgeschichte geht auf die vorislamische Legende des Kriegers Antara ibn Shaddād zurück, der im selbst gewählten Exil in der Wüste lebt und die Feenkönigin von Palmira Gul-Nazar in Gestalt einer Gazelle rettet. Sie gewährt ihm drei Wünsche – Rache, Macht und Liebe – dann verliebt er sich in sie. Als seine Liebe verebbt, tötet sie ihn (auf eigenen Wunsch) mit einem leidenschaftlichen Kuss.
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Chor des Bayerischen Rundfunks · The Hilliard Ensemble · Münchner Rundfunkorchester: Arvo Pärt – Live

Der Este Arvo Pärt (*1935) ist einer der wichtigsten und populärsten lebenden Komponisten, obwohl (oder gerade weil?) seine Tonsprache nicht in die üblichen Schubladen der zeitgenössischen Musik passt. Stattdessen ist sein „Tintinnabuli-Stil“ – eine Anspielung auf das „Klingeln“ des zentralen Dreiklangs in seiner Musik (auf Latein bedeutet Tintinnabulum „Schelle“) – eine „eigene Schublade“, eine Technik, die in dieser Konsequenz nur von ihm angewandt wird: Was wie Arvo Pärt klingt, ist von Arvo Pärt.

Pärts Erfolg ist gewissermaßen der Ausdruck eines postmodernen Paradoxons: Die tiefe Spiritualität der relativ einfachen, ruhig dahinfließenden Musik fasziniert die Menschen in komplizierten, zutiefst weltlichen und hektischen Zeiten. Pärts Musik ist das Antidot der westlichen Zivilisation.
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Pepe Romero · Vicente Coves · Extremadura Symphony Orchestra, Manuel Coves: Federico Moreno Torroba – Guitar Concertos 2

Federico Moreno Torroba (1891–1982) ist eine der herausragenden Figuren der spanischen Musik des 20. Jahrhunderts. In seiner Heimat zunächst vor allem für seine Zarzuelas populär, profilierte er sich im Laufe seiner langen Karriere national und international als Komponist für Gitarrenmusik. Andrés Segovia war der erste Interpret seiner Kompositionen für Gitarre; später gehörte seine Musik zum Repertoire des legendäre Gitarrenquartett Los Romeros, denen er zahlreiche Werke widmete. Heute sind vor allem seine Miniaturen für Sologitarre bekannt, seine Gitarrenkonzerte (und konzertanten Stücke) stehen leider ein wenig im Schatten jener seines Zeitgenossen Joaquín Rodrigo.
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30 Jahre Naxos – Die Jubiläumsedition

30 Jahre Naxos sind wahrlich ein hervorragender Grund, um eine Jubiläumsedition herauszugeben. 1987 von Klaus Heymann gegründet, revolutionierte das Label die Klassikwelt nachhaltig. Zum einen machte Naxos das Standardrepertoire in hochwertigen Aufnahmen einer breiten Käuferschicht dank deutlich niedriger Preise zugänglich, zum anderen bot die Plattenfirma von Anfang an jungen, talentierten Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform, um auf sich aufmerksam zu machen, auch wenn sie nicht in den (selbst ernannten) Wiegen der westlichen Kultur aufgewachsen waren. Bei Naxos zählte von Anfang an das Talent, nicht die Herkunft des Künstlers. Im verstaubten Klassikbetrieb war dies in den 1980er Jahren keine Selbstverständlichkeit. Das größte Verdienst des Labels war es allerdings, dass es sich nicht auf das hinlänglich bekannte Repertoire beschränkte, sondern bald auch Musik von (im Westen) unbekannten Komponisten aufnahm. Die „Local Heroes“ der vergangenen und gegenwärtigen Komponistenszene erhielten endlich eine internationale Plattform mit modernen State-of-the-Art-Aufnahmen. Zeitgenössische US-amerikanische Musik, nordische Romantik, osteuropäische Musik der Moderne, Raritäten und die Perlen vergessenen Meister der Vergangenheit: Der Naxos-Katalog wuchs und gedieh und setzte auf Repertoirevielfalt statt abgegriffenem Einerlei.
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